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Dienstag, 11. September 2007

11.9.2007



Bo sieht grausam aus. Der Bluterguss von der Schläfe ist in die Augenregion gerutscht und er hat ein furchtbares Veilchen. Früh am morgen sind wir bei den Höhlen, um dem angekündigten Touristenansturm mit Bussen später am Tag zu entgehen.

Die gesamt Gegend ist von Höhlen durchzogen, in Vielen bilden sich Tropfsteine. Die Waitomo Glowworm Cave zeichnet sich aber durch Tausende von Glühwürmchen aus, die sich an der Höhlendecke eingenistet haben, von dort aus ihre spinnennetzartigen Fäden aushängen lassen und ihr Licht erstrahlen lassen, um so Insekten anzuziehen und zu verspeisen. So erstrahlt über einem ein Glühwürmchen Sternenhimmel, während man in einem Boot darunter entlang gleitet. Bo war so angetan, dass er sich an seinen Vater schmiegte und einschlief. So lange schlief er bis wir den 500m langen Weg zum Wohnwagen zurückgekehrt waren, keuchend, ihn möglichst vorsichtig tragend, damit er dann beim Ablegen auf das Bett die Augen aufschlug und die parkenden Nachbarautos lauthals bestaunte. Dann wurde Wäsche gewaschen, auf dem Spielplatz getobt, und pünktlich nach der Abfahrt der Fahrradtour erneut eingeschlafen, so dass auch diese nach wenigen Kilometern wegen dauerhafter starker Verdrehung des Halses von Kleinkindern aus humanitären Gründen abgebrochen wurde. Es hatte gar nichts, ich wiederhole gar nichts damit zu tun, dass die Radtour in sehr hügeligem Gebiet als konditionell nicht einfach bezeichnet werden kann.

10.9.2007




Wie gesagt, so getan! Nach der Montage der Fahrräder und der weiteren Nahrungsmittelbeschaffung fahren wir nach Süden über den Highway 1. Das Wetter wird sofort besser. Wir passieren Hamilton - eine Viehtreiberstadt (wer also Lucky Luke in Wyoming gelesen hat, weiß in etwa wie es hier aussieht) - auf der 39 und machen in Otorohanga einen Zwischenstopp. Dort besuchen wir das KIWI House, einen Vogelpark. In der stockdüsteren ersten Ausstellungshalle wird uns auf Schildern verkauft, dass die hühnergroßen Schatten, die sich vorsichtig hinter Glasscheiben durch die Vegetation bewegen Kiwis sein sollen. Der Rundgang wird für Bo erst bei den freilaufenden Enten wirklich interessant.

Diese zeichnen sich neben ihres identischen Aussehens zu denen im Euskirchener Stadtpark durch einen Mangel an Scheu aus, wenn man diesen nicht sogar gefräßige Penetranz nennen will. So kann sich Bo manchmal nicht entscheiden, ob im die Vögel nicht sogar zu Nahe sind, verteilt aber trotzdem mit wachsender Begeisterung das Vogelfutter – nicht ohne zunächst die Eignung für den eigenen Verzehr ausreichend überprüft zu haben. So groß ist die Begeisterung, dass er - nachdem das Futter aufgebraucht - Steinchen in den Beutel sammelt und diese den armen Tieren auch noch unterjubelt. Am Abend fahren wir nach Waitomo weiter, wo wir an den weltberühmten Höhlen auf einem Campingplatz übernachten.

9.9.2007




Der Sturm bricht in der Nacht los. Regen peitscht auf unser Wohnmobil herunter und die Vorhersage verheißt die Fortführung des Sturmes für die nächsten zwei Tage im hohen Norden mit heftigen Regenfällen. Die Tauchschule empfiehlt Allen mit Tendenz zur Seekrankheit die nächsten Tage nicht mit herauszufahren.

Auch wir verschieben unsere Pläne, die Bay of Islands und das Cape Reigna zu besuchen. Vielleicht haben wir die Zeit dafür ja noch am Ende der zwei Monate. Wir fahren zurück Richtung Auckland. Auf dem Weg machen wir Mittagsrast im Honey Center in der Nähe von Warkworth. Es zeichnet sich durch die weltbesten Spicy Potato Wedges aus, einer Menge von Honig-Derivat-Produkten zu horrenden Preisen und der Welt lautester fliegender Kinderfahrzeug-Biene. Obwohl ich Bo eine Freifahrt spediert habe, musste ich ob der Lautstärke des Bienenliedes, welches aus dem Gefährt hämmerte, vor Scham in 8 Meter Entfernung in Deckung gehen. Ich hoffe niemand hat mich mit dem Krach in Verbindung gebracht. Wir fahren bis zum Manukau Top 10 Holiday Park im Süden von Auckland, weil wir am nächsten Tag unser Touristen Navigationsgerät Kruse beim Vermieter zurückgeben und zwei Fahrräder mitnehmen wollen. Am Abend dann das nächste Debakel. Bo fällt schon wieder aus der Tür des Campers. Von welcher Stufe haben wir nicht gesehen, aber diesmal landet er auf Asphalt. Jetzt nimmt uns keiner mehr ab, dass wir unser Kind nicht furchtbar schlagen, so zerschunden sieht der arme Kerl aus.

8.9.2007

Um 8:00 Uhr sind wir am Tauchladen und gegen 9 Uhr starten wir mit dem Tauchboot gen Osten. Nach 1 km drehen wir wegen überhitzten Motoren um und werden auf ein anderes jedoch deutlich prächtigeres und größeres Schiff gebeten. Jetzt geht es dann wirklich los und was das bedeutet, erfahren wir nach der Hafenausfahrt. 8 Meter hohe Wellen machen die Überfahrt für einige Teilnehmer zu einem ´kotz´-spieligen Vergnügen. Das harte Aufschlagen mit dem Bug auf herannahende Wellen quittiert Bo mit einem deutlichen „Nei, Nei, Nei“ entschließt sich dann aber auf meinem Schoss nach 15 min einfach seinen Morgenschlaf abzuhalten. Während Annette nur eine „Fehlalarm-Seekrankheit“ hat, die sich nach etwas Luftablassen erledigt, geht es mir trotz eilig eingeworfener Migräne-Magen-Tablette bei der Ankunft nach rund 50 Minuten nicht so gut. Kurzerhand entschließen wir uns, dass ich den Kidwatch-Aktivitäten in den nächsten zwei Stunden nachgehe, während Annette den ersten Tauchgang des Tages mitmacht. Das wiederum löst bei Annette eine zeitweilige deutliche Unsicherheit hervor, da nun ein Abspicken der ´Tauch-Equipment-Montage´ nur noch bedingt möglich ist und viele Tauch-Graue Zellen beim letzten Unterwasserereignis 2001 in Ägypten auf Tauchstation geblieben sind.

Getaucht wird bei einer Wassertemperatur von 10-12 Grad. 7 Millimeter Nassanzüge sind dafür notwendig und schon nach kurzer Zeit im Wasser bedankt man sich innerlich für die Kapuze, und das zweite Paar Tauchsocken. Den Nutzen von dem ganzen Zeug in das man sich hereinquetscht, sieht man wohl, nichtsdestotrotz ist ´unbeholfen´ eine milde Charakterisierung für das Watscheln der Tauchteilnehmer zum Hinterdeck, bei dem manch ein vorbeifliegender Tölpel sicherlich schon vom Zuschauen in haltloses Gekicherkrächtze ausgebrochen ist. Dann ist die Mama im Wasser und geht nicht unter! Nach weiterer Bleiaufnahme ist sie dann nun wirklich für 40 min weg und Bo kann sich dem jetzt leeren Hinterdeck und seiner privaten Entdeckungsmission widmen. Auch das - von Papa mit Händen und Armen in die heraneilende Welle kopfüber gehalten getunkt werden – muss mehrfach ausprobiert werden. Experimentelle ´vollständig-bekleidet-Schwimmexpeditionen´ werden dummerweise mehrfach knapp vor dem Zustandekommen unterbunden.

Die Poor Night Islands sind ein Marine Reserve, also ein Schutzgebiet in dem rigorose Auflagen zur deren Erhaltung erfüllt werden müssen. 24 km vor der Ostküste von Northland gelegen, sind sie die erodierten Überreste eines großen Vulkans, der vor 10 Millionen Jahren ausbrach. Seit mindestens 18000 Jahren sind die Inseln von der Nordinsel Neuseelands und der dortigen Tier und Pflanzenwelt weitgehend getrennt. Einige auf dem Festland ausgerottete Arten finden auf den Inseln noch annehmbare Lebensbedingungen vor.

Die Sichtbedingungen unter Wasser sind hervorragend und die Seeflora deutlich anders als in den von uns bislang ausschließlich betauchten tropischen Korallenriffen. So hat Annette dann auch entsprechend viel zu erzählen. Dann darf ich ins kühle Nass hinein und nach 58 min bei max 12.8 m Tiefe bin ich mit 80 bar und vielen neuen Eindrücken wieder oben. Tauchfertigkeiten habe ich erfreulicherweise kaum verlernt und eine Muräne, zwei Skorpionfische, drei wunderschöne Nacktschnecken, 2 Seesterne und viele neue Fischarten gesehen. Auch die Erfahrung durch Seealgen zu tauchen war neu und beeindruckend. Leider habe ich wie schon mehrfach bei früheren Tauchgängen zu sparsam geatmet. Also gesellen sich schon bald nach dem Wiederauftauchen zu den beim Ausziehen der Kleidung durch die Kälte ausgelösten Schüttelattacken die bekannten, bleiernden Kopfschmerzen und kurz vor der Rückfahrt zeige ich demütig meine Opferbereitschaft vor den neuseeländischen Seegöttern. Mein Tag war damit weitgehend beendet, Bo allerdings durfte neben der Tauchlehrerin und dem Skipper glücklich einen Großteil der Rückfahrt vor dem Steuerrad der Yacht sitzen. Diese - weil mit den Wellend fahrend – verlief deutlich magenfreundlicher. Schließlich hatte Bo noch viel Spaß, den tauchschuleigenen Haushund mit ausgestrecktem Zeigefinger und den Worten „Hund, Hund, Hund“ über den Parkplatz zu verfolgen. Der Spaßfaktor wurde jedes Mal deutlich verringert, wenn sich der Hund umdrehte, um Ihm genauso sein Interesse zu bezeugen. In solchen Fällen veränderte sich das Audiomuster hin zu „Nei, nei, nei“ und aus dem Verfolgenden wurde der Verfolgte.

7.9.2007




Nach einer wunderbar heißen Dusche (daran muss die Camperproduktionsgesellschaft dann doch noch arbeiten) fahren wir zu den 20 m hohen Whangarei Wasserfällen. Ein 500 m langer Scenic Walkway führt uns einmal durch ein schönes subtropisches Waldgebiet um die Fälle herum. Völlig überraschender Weise fällt Bo auf dem ganzen Weg nur einmal hin. Es liegt wohl daran, dass er sich ca. 350 m lang tragen lässt.

Dann fahren wir langsam nach Tutukaka an der Ostküste, ein weltweit bekanntes Tauchernest. Es dient als Ausgangsbasis für Tauchausflüge zu den „Poor Knights Islands“, die von Jacques Cousteau zu einem der 10 besten Tauchreviere weltweit gekürt wurden. Trotz fehlender eigener Tauchbücher versuchen wir unser Glück und reservieren problemlos Tauchgänge für den folgenden Tag.

Der Abend ist leider durch einen Sturz von Bo aus der Wohnwagentür getrübt. Mit der Handreling auf der falschen Seite, war sein Sturz auf Schotter aus 80 cm Höhe nur durch seine Weste abgefedert. Seitdem trägt er stolz eine ordentliche Schürfwunde auf der Stirn.

6.9.2007


Heute ist es 6 Uhr beim Aufstehen. Bo arbeitet weiterhin nachts verbissen an seiner Karriere als Kunstturner, so dass nicht alles was im Volksmund leichtfertig als Nachtruhe bezeichnet, auch von uns so nachvollzogen wird. Nach dem Frühstück treibt uns Annette in die Flussmündung zum spazieren. Es ist grausam kalt und erfrischend. Bo kann sich trotzdem nicht wirklich für die Umgebung erwärmen und lässt sich meist von seinem ollen Vater durch die Gegend tragen.

Ein paar Muscheln die es sich, seiner Meinung nach zu sammeln lohnt, unterbrechen nur kurz seine Träg- und Müdigkeit. Zu unserem Erschrecken stellen wir fest, dass alle Fotos, die ich bislang aufgenommen habe, Schrott sind. Das ist sehr Schade! Vor allem in Hong Kong auf dem Flughafen gab es schöne Schnappschüsse mit Bo! Ist das der obligatorische Preis dafür, eine neue Kamera zu verwenden.

Über Wellsford fahren wir heute nach Wangarei. Über Mittag nutzen wir ein deutsches Café - es ist so amerikanisch, dass der einzige Grund es deutsch zu nennen eigentlich nur der Urururgrossvater sein kann - um Bo wider auf einen Spielplatz zu zwingen. Deutlich zeigt er uns, dass ihn eigentlich nur das Klettern in der der Fahrerkabine unseres Campers interessiert. Wir beugen uns und am frühen Nachmittag sind wir schon in Wangarei bei der Touristeninformation. Jetzt heißt es das Imperium schlägt zurück, denn schon wieder wurde kundigen Auges ein Spielplatz ausgemacht, der diesmal aber durchaus das Interesse von Monsieur weckt.

Anschließend frönen wir unserem neuen Hobby: Wir gehen in den Supermarkt und holen alles, was wir dann immer noch vergessen haben und kaufen weitere Nützlichkeiten. Als lohnenswerte Anschaffung kristallisieren sich nach diesen wenigen Tagen schon Regenschirm und Fön heraus. Es regnet häufig. Auch eine Mobilfunkkarte ist jetzt endlich fällig.

Wir übernachten dann im sympathischen Wangarei Falls Holiday Park und inzwischen beherrschen wir auch die Feineinstellungen des Heizlüfters, so dass wir nicht mehr auf die zwei Defaulteinstellungen „grausamer Hitzetod“ oder „sibirischer Permafrost“ zurückgreifen müssen.

5.9.2007


Kalt ist es (unter 10 Grad in der Nacht) und ohne unsere Gasheizung wäre es wirklich unangenehm. Ab morgen verwenden wir auf „powered sites“ unseren Heizlüfter. Die Nacht ist um 4 Uhr morgens vorbei. Nun gut, nach 13 Stunden Schlaf darf das ja nun auch so sein. Trotzdem klettert Bo schon seit 2 Uhr morgens auf uns und massiert ausdauernd unsere Ellenbogen. Nach einem ausgiebigen Frühstück gilt es Informationen, Spielzeug und all das zu Essen zu beschaffen, was wir gestern in der Eile vergessen haben. Nachdem Annette eine ausführliche Beratung in der Touristeninformationsstelle der Northshore genossen hat (Neuseeländer zeichnen sich nach ersten intensiven Erfahrungen dadurch aus, dass sie soooo freundlich sind, dass man sie gar nicht mehr los wird), Bo alle fahrbaren Untersätze im Spielzeugladen ausgiebig getestet und lauthals kundgetan hat, dass er diesen Laden nie wieder gedenkt zu verlassen, fahren wir die hohe Garage (obacht mit den 3,05 m Höhe von unserem Caravan) des Milford Sound Shopping Center an der Northshore mit einem leicht verstimmten fast Zweijährigen an.

Die schlechte Laune von Bo verfliegt, als er alle drei Spielzeuggefährte die sich in der Mall befinden, sprich einen Bagger, eine Lokomotive und ein Sportwagen auf das Genauste untersuchen darf und zudem eine mächtige Portion Sushi genießen kann..

Dann endlich fahren wir nach Norden. Das Ziel ist Leigh, ein kleines Fischernest an dem Cape Rodney Marine Reserve. Bei Goat Island soll es wunderbare Tauchreviere geben und auch sonst ist die Küste spektakulär. Die Fahrt verläuft dagegen ereignislos durch irisch anmutende grüne Hügellandschaft.

Wir gewöhnen uns langsam an unser Gefährt, welches herkulessche Anstrengungen beim Kuppeln bedarf, bei 90 km/h mehr schwimmt als fährt, ansonsten aber sehr geräumig und angenehm ist. Bo fühlt sich auf seinem Mittelsitz vorne pudelwohl und es ist ausreichend Platz im Wagen, um sowohl Bett als auch Tisch unverändert aufgebaut lassen zu können.

Der sehr einladende Campingplatz bei Goat Island ist erst im Oktober wieder geöffnet. Auf das subversive Vorhaben von Annette - trotzdem dort bleiben wollend und damit wild campend auf einem Privatbesitz – nicht reagierend, fahren wir weiter auf den Camping Platz in Pakiri Beach. Auch hier ist so wenig los, dass unsere Ankunft sicherlich mit Blumenkränzen begleitet worden wäre, würde es nicht regnen und schrecklich kalt sein.

Wir parken direkt auf einem herrlichen Platz neben einer Flussmündung.

4.9.2007




Provinziell klein kommt dann der Flughafen von Auckland daher. Erfreulich ist das eigentlich, da man tag-träumend, zombie-ähnlich vor sich hin dösend eine komplexere Erfahrung zu diesem Zeitpunkt sicher nicht mehr verkraften könnte. So findet man sich ohne Stress langsam zurecht und nachdem 5 Kilo Infomaterial im Touristeninformationspunkt gesammelt wurden (bei den kalten Nachttemperaturen im September ist man durchaus versucht mit den 2.5 Kilo unsinnigen Prospekten ein wärmendes Feuerchen zu veranstalten) geht es schon in den Shuttle Bus. In 5 Minuten sind wir bei unserer Campervermietung und schwupp steht unser 6 berth Campervan-Monster vor uns und ist zur Abfahrt bereit. Linksverkehr und Großstadt sind gemischt mit Übermüdung und ungewohntem zu großem Auto keine gute Mischung, aber wir wollen ja nicht mehr weit.

Zuerst wird ein Supermarkt angesteuert. Den Wechselkurs haben wir uns vorher erfragt und für 80 Cent kriegt man einen Neuseeländischen Dollar. Nun fallen wir recht schnell aus allen Wolken! Teuer ist Neuseeland und wir sehen uns schon geistigen Auges nur 2 Monate lang billige Konserven essen. Dieser Zustand wurde erst zwei Tage später aufgelöst, als klar wurde, dass der eigentliche Wechselkurs 50 Cent zu einem Dollar ist. Nun ist auch mal wieder ein Steak drin. Die Supermarkt Übung ist allerdings von heftiger Eile geprägt, da sie um 2 Uhr morgens deutscher Zeit stattfindet und Bo nicht mehr in seiner besten Verfassung ist. Deshalb geht es flott durch Auckland in den Norden, wo wir auf dem Holiday Park Campingplatz in Takapuna unsere erste Rast finden.

Um drei Uhr Nachmittags, also um 5 Uhr morgens deutscher Zeit, nach 37 Stunden Reise finden wir endlich Ruhe und Schlaf.

2. / 3.9.2007

Von Günter und Marga zum Flughafen nach Köln gebracht, war der Start der Reise denkbar entspannt. Der Flug nach London verlief ereignislos und der Flughafen Heathrow überstieg nicht die erwartete Enttäuschung, tat aber auch sein möglichstes sie nicht zu verringern.

Air New Zealand ist schon eine gute Fluggesellschaft. Von einer Reisezeitschrift ist sie (wie stolz von Kiwis heute in einer Zeitung verkündet wurde) sogar dieses Jahr zur zweitbesten „longhaul“- Fluggesellschaft, knapp hinter Virgin Atlantic und deutlich vor Singapore Airelines und Emirates gewählt worden. Der Sitzabstand in der 747-400 ist echt in Ordnung und die 60 individuell anwählbaren Filme im Angebot, die zum Zeitpunkt der Wahl auf dem Monitor im Vordersitz dargebracht werden, machen das Leben erträglich für den erwachsenen Reisenden.

Weniger erträglich wird es aber gemacht für Erwachsene in Begleitung von fast Zweijährigen. Fast 10 Stunden lang schlief der kleine Muck, aber die folgende ausgiebige Wachphase ist nun mal zum Erkunden ausersehen, und wenn mit der Sitznachbarin ausreichend Kuck-Kuck gespielt wurde, dann will man sich bewegen und das hat er danach auch getan, bzw. durchaus auch mit seiner zurückhaltenden bescheidenden Art und mit seinem leisen Stimmlein kundgetan, dass das Zurückkehren zum eigenen Sitzplatz, geschweige denn ein dortiges Verharren außerhalb der zu realisierbaren Möglichkeiten lag. So gibt es denn nur noch wenig in diesem Flugzeug was nicht erkundet worden ist.

Eine überraschende Neuigkeit auf diesen Flügen war, dass Air New Zealand Stewardessen keine Mütter sind und anscheinend auch dieses nicht gedenken zu werden. Kleine Kinder wurden von Ihnen tatsächlich so effektiv ignoriert, wie Crepes von mir im Hochsommer. Nein ignorieren trifft die Sache nicht richtig, denn prompt waren sie zur Stelle, als das Kind etwas Verbotenes tat, wie unter seinem Sitz auf dem Boden zu schlafen (die Sauerstoffmaske reicht nicht bis dahin), oder im Gang auf dem Boden in einer Nachtschlafzeit zusammen mit seiner Mutter leise zu spielen. Die zweitbeste Longhaul Fluggesellschaft wurde nicht von Kindern gewählt.