
Loco Loca - ´Die auch mit dem Teufel Achterbahn Fahrende´ würde es gerne wissen und so steigt Annette mit Spritzschutzumhang, Schwimmweste und Brille ausgerüstet in ein Huka Falls Jet Boat.
„Mit 80 km/h geht es über den See, immer wieder knapp an Pfählen und Bäumen vorbei oder drunter durch. Zwischendurch ein paar nette 360° Drehungen. Der Fahrtwind pustet mich ordentlich durch, es spritzt und ich werde ausreichend nass. Die Wasserfälle werden nur von unten begutachtet, hoch fährt man sie doch nicht, das wäre wohl zu gefährlich. Schade eigentlich, denn die Geschwindigkeit und Wendigkeit des Bootes waren zwar beeindruckend, doch einen Tacken mehr Thrill hätte ich schon noch vertragen!“
Derweil warten ´die deren Jacken durchweicht sind´ auf der Klippe beim Ausgang des Wasserfalls auf ein Boot, welches dann endlich doch noch die 5+ Stromstellen bezwingt, vergeblich!
Zum Mittagessen gönnen sich ´die eine Schaf-, Kuhherde oder Fischschwarm Verspeisenden´ eine 1 kg Prawns Jumbo-Combo im Restaurant der benachbarten Aufzuchtfarm-Farm. ´Der in den Gummistiefeln nicht mit den japanischen Lackschuh Kindern Spielende´ (und umgekehrt) zieht sich nach seiner Chicken Fritten Portion alsbald zu einer Siesta zurück, während ´die knapp Gesättigten´ mit Babyphone das Volcanic Activity Center an. Das ist dann doch sehr beeindruckend, nein nicht die audiovisuellen Darbietungen aus den 70er Jahren des 18 Jahrhunderts, und auch nicht der kaum vorhandene Charme des winzig-ranzigen Ambientes der Wohnzimmergleichen Ausstellungshalle, sondern mehr die Tatsache, dass wir uns auf einem gewaltigen Pulverfass befinden, wie es weltweit nur selten existiert. (vergleichbar ist Yellowstone).
Danach füllt der 616 km2 große Lake Taupo mit seinen 185m Tiefe nur den tiefsten Bereich der riesigen Explosionscaldera, die 181 n Chr entstand. Unter uns arbeitet sich die pazifische Kontinentalscholle langsam unter die indisch australische, was die Region zu einer der Gefährlichsten weltweit macht. Vulkanologen berechneten, dass der Ausbruch vor 1800 Jahren 37 mal stärker als der des Mont St. Helens war. Die verheerende Eruption des Vulkans zerstörte in einer apokalyptisch anmutenden Druckwelle innerhalb von Minuten den Grossteil der Waldvegetation der Nordinsel und selbst Griechen und Römer sollen atmosphärische Veränderungen festgestellt haben. Auch das seit unserer Ankunft in Neuseeland ca. 10 Erdbeben stattfanden, ist beeindruckend. Eine solche seismische Katastrophe, wie vor 1800 Jahren, passiert aber nur alle 1000 Jahre. Wir sind also nur 800 Jahre überfällig und beschließen demnächst weiterzureisen.
Mit vollem Magen reist es sich jedoch deutlich besser und so probieren wir eine neue Kette aus: Pick & Pack. Eine Gelegenheit die ´der mit dem Potential zum Wahnsinn-Shoppenden´ begeistert ergreift, um uns all das sinnlose Gerümpel aus diesem Laden mit stöhnend-mahnend-motivierender Begeisterung an unsere Knie zu rubbeln.
Wir beschließen heute wild zu campen und stellen uns einfach auf den Parkplatz beim Wai-O-Tapo Thermal Wonderland. Das ist nahe an der Kreuzung zum Highway 38, den wir morgen in Richtung Küste befahren wollen.