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Freitag, 21. September 2007

21.09.2007





Popu Hapu Hatschi - ´Der den Eltern das Bett Vollrotzende´ steht nach einer 2 Uhr Nachts Milchparty gut gelaunt und mit krächzender Stimme um 8 Uhr vor uns im Bett und sagt „Pielpatz“. Schon eine halbe Stunde später wird er von seiner Mama über den Campingplatz Spielplatz getrieben. Dieser ist super eingerichtet und hat einen Mega-Hoppa: ein Sprungkissen mit 6 * 12 Metern! Auch Video Raum, Katze (aber nur von hinten) und die Kettkars werden angesteuert. Dann kommt der Rasenmähertraktor und das Saubermach-Golf-Kart und die Welt ist perfekt!

Nachmittags setzen wir uns auf die Fahrräder und erkunden Napier City Center. Natürlich geht es mit einem Spielplatz los. Dann machen wir uns auf die Promenade kreuz und quer durch die Stadt. Diese ist durchgängig im Art-Deko Architekturstil wieder aufgebaut worden, nachdem sie 1931 von einem Erdbeben der Stärke 7.5 dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Es wird chilly und wir steuern nach einem Starbucks heimliche Gefilde an. Bo besorgt sich noch eine Freifahrt auf dem Kettkar eines Mädchens und sinkt dann glücklich und ermattet in die Kissen. Ausreichend früh damit der Papa heute auch schon abends den Blog aktualisieren kann.

Das war ein Bo-nderbarer Tag!

Donnerstag, 20. September 2007

20.09.2007






Alleine an einem einsamen riesigen See mit einer Gänsefamilie aufzuwachen hat paradisische Züge. Selbst ´der die Nacht halbierende´ ist guter Dinge und die Palastrevolution der letzten Tage in Bezug auf Medizin und Zähne putzen scheint ausgestanden. An schönen kleinen Wasserfällen vorbei zockeln wir Richtung Küste.

In einem Cafe 2km außerhalb von Wairoa testen wir deftige Mahlzeiten und ´der mit den Hummeln in der Hose´ die Nerven seiner Eltern.

Nachdem er bislang trotz aufrichtiger Bemühung im Freien nicht richtig nass werden konnte (außer als wir vergeblich auf eine Wasserfall-bezwingende Mama warteten), hat sich ´der mit den Fischen Schwimmende´ kurzerhand in einen kleinen Bach gesetzt. Die niedrigen Temperaturen des Flüssigelements in Verbindung mit voll gelaufenen Gummistiefeln und nasser Pampi waren dann doch nicht akzeptabel, so dass weitere Experimente vielleicht ausgesetzt werden?

Ein mondänes Nachtquartier finden wir in Napier.

19.09.2007








´Der mit dem Trichter des Röchelns und den zementierten Nüstern´ hatte in der Nacht Fieber, offensichtlich Schmerzen und hustet erbärmlich. So fahren wir abermals nach Rorturoa und konsultieren einen Doc, da Bert ja nichts ´Ordentliches´ gelernt hat. 125 $ ärmer und mit einem läppischen Hustensaft im Gepäck geht es zum entspannenden Shoppen. Gelegenheiten müssen nun einmal genutzt werden, aber es handelt sich tatsächlich nur um sinnvolle die Wärmeisolierung verstärkende Kleinkinderbedeckungsmaterialien. Diese lassen sich nicht finden, dafür ist der Reiz von sprechenden Shreks, Papageien und elektrischen Quads im Kleinformat für Papa ebenso verführend, wie für den hingerissenen waitaparonona ´der mit den glasigen Augen sabbernd glücklich Brabbelnde´.

Mit ein wenig Verspätung befahren wir nun doch den Highway 38. Nach Murupara geht es 95 km über Schotterpiste durch den Urewera Nationalpark. Der Weg schlängelt sich endlos bergauf und bergab, mittendurch den tropischen Wald. In diesem ursprünglichen Dschungel leben noch Maori-Stämme völlig autark, von der Zivilisation abgeschnitten. Leider ist es wieder regnerisch und bedeckt, so dass sich so manche Schlucht nur erahnen lässt, doch alleine die Massigkeit des Urwaldes erschlägt einen.

Am Lake Waikaremoana schlagen wir beim Mokau Landing auf einem DOC Camp unser Nachtlager auf. Der einzige Zeltnachbar bringt uns fangfrischen Fisch und verschwindet danach mit samt seiner Familie. So stehen wir alleine am Seeufer, schmeißen Steine ins Wasser und ´der dem Federvieh hinterher Laufende´ schmeißt sich halb hinterher oder jagt Enten. Eine Familie prachtvoller Wildgänse stolziert mit ihren Jungtieren in 10 m Entfernung über die Wiese. Gut, dass ´der den Gänseschnabel noch nicht Erfahrene´ in seinen Gummistiefeln so wackelig über die Wiese stapft, so haben die Tiere nicht wirklich etwas zu befürchten und begnügen sich mit einer trägen Flucht.

18.09.2007



Loco Loca - ´Die auch mit dem Teufel Achterbahn Fahrende´ würde es gerne wissen und so steigt Annette mit Spritzschutzumhang, Schwimmweste und Brille ausgerüstet in ein Huka Falls Jet Boat.

„Mit 80 km/h geht es über den See, immer wieder knapp an Pfählen und Bäumen vorbei oder drunter durch. Zwischendurch ein paar nette 360° Drehungen. Der Fahrtwind pustet mich ordentlich durch, es spritzt und ich werde ausreichend nass. Die Wasserfälle werden nur von unten begutachtet, hoch fährt man sie doch nicht, das wäre wohl zu gefährlich. Schade eigentlich, denn die Geschwindigkeit und Wendigkeit des Bootes waren zwar beeindruckend, doch einen Tacken mehr Thrill hätte ich schon noch vertragen!“

Derweil warten ´die deren Jacken durchweicht sind´ auf der Klippe beim Ausgang des Wasserfalls auf ein Boot, welches dann endlich doch noch die 5+ Stromstellen bezwingt, vergeblich!

Zum Mittagessen gönnen sich ´die eine Schaf-, Kuhherde oder Fischschwarm Verspeisenden´ eine 1 kg Prawns Jumbo-Combo im Restaurant der benachbarten Aufzuchtfarm-Farm. ´Der in den Gummistiefeln nicht mit den japanischen Lackschuh Kindern Spielende´ (und umgekehrt) zieht sich nach seiner Chicken Fritten Portion alsbald zu einer Siesta zurück, während ´die knapp Gesättigten´ mit Babyphone das Volcanic Activity Center an. Das ist dann doch sehr beeindruckend, nein nicht die audiovisuellen Darbietungen aus den 70er Jahren des 18 Jahrhunderts, und auch nicht der kaum vorhandene Charme des winzig-ranzigen Ambientes der Wohnzimmergleichen Ausstellungshalle, sondern mehr die Tatsache, dass wir uns auf einem gewaltigen Pulverfass befinden, wie es weltweit nur selten existiert. (vergleichbar ist Yellowstone).

Danach füllt der 616 km2 große Lake Taupo mit seinen 185m Tiefe nur den tiefsten Bereich der riesigen Explosionscaldera, die 181 n Chr entstand. Unter uns arbeitet sich die pazifische Kontinentalscholle langsam unter die indisch australische, was die Region zu einer der Gefährlichsten weltweit macht. Vulkanologen berechneten, dass der Ausbruch vor 1800 Jahren 37 mal stärker als der des Mont St. Helens war. Die verheerende Eruption des Vulkans zerstörte in einer apokalyptisch anmutenden Druckwelle innerhalb von Minuten den Grossteil der Waldvegetation der Nordinsel und selbst Griechen und Römer sollen atmosphärische Veränderungen festgestellt haben. Auch das seit unserer Ankunft in Neuseeland ca. 10 Erdbeben stattfanden, ist beeindruckend. Eine solche seismische Katastrophe, wie vor 1800 Jahren, passiert aber nur alle 1000 Jahre. Wir sind also nur 800 Jahre überfällig und beschließen demnächst weiterzureisen.

Mit vollem Magen reist es sich jedoch deutlich besser und so probieren wir eine neue Kette aus: Pick & Pack. Eine Gelegenheit die ´der mit dem Potential zum Wahnsinn-Shoppenden´ begeistert ergreift, um uns all das sinnlose Gerümpel aus diesem Laden mit stöhnend-mahnend-motivierender Begeisterung an unsere Knie zu rubbeln.

Wir beschließen heute wild zu campen und stellen uns einfach auf den Parkplatz beim Wai-O-Tapo Thermal Wonderland. Das ist nahe an der Kreuzung zum Highway 38, den wir morgen in Richtung Küste befahren wollen.

Montag, 17. September 2007

17.09.2007























Es ist Dauerregen angekündigt, aber beim Aufwachen scheint die Sonne? Das will ausgenutzt werden! Wir beschließen die Thermalterrassen im Hidden Valley zu besuchen: Orakei Korako, mit einem Boot setzen wir über den Lake Ohakuri über. Einen 1 ½ stündigen Rundweg mit Treppen gilt es zu begehen. Kia Wakaraora oder auch ´Der mit den Hühnern aufsteht´ genannt, ist um 10 Uhr schon wieder ziemlich platt und steigt bereitwillig in den Backpacker, einem Tragegestell, und bestaunt mehr oder minder teilnahmslos mit uns die Geysire, Fumarole, Mud holes. Erst bei der Besichtigung entschließt sich ´der dessen Füße nicht wandern sollen´ ein warmes kleines Wasserreservoir selbst zu erkunden, planscht vergnügt im Thermalwasser, um sich dann innerhalb von 5 Minuten in ´der mit der dampfenden Hose die nach Schwefelwasser riecht´ umzubenennen.

Warei de kuiti - ´Der auf den Stufen Tanzende´ - ist dann erwacht und von den kleinen Wegen durch den Wald und den Holzstegen und –stufen so angetan, dass er eine ganze Weile freudig vor sich hinklettert., nicht ohne zwischendurch te awanga – ´der sich in den Moortümpeln befeuchtende´ werden zu wollen. Kurz vor Ende des knapp 2-stündigen Trips schläft ´der in sein Kissen schnarchende´ ein, was uns nach Rückkehr zum Visitor Center Gelegenheit zu einer ruhigen Tasse Kaffee gibt. Am Seeufer genießen wir die Mittagspause, füttern dann mit wkarahei te anui - ´der dessen Geist übellaunig ist und besser später wach würde´ Vögel, inspizieren einen Hubschrauber und fahren gemütlich zurück Richtung Taupo.

Angelockt von den Werbebroschüren eines Jetboot-Anbieters, sind die Huka-Falls das Ziel. Kurz bevor der Waikato River in den riesigen Lake Taupo (größer als der Bodensee) mündet, fließt er durch eine neun Meter hohe und nur wenige Meter breite enge Klamm, bei der er auch noch 20 Meter an Höhe verliert. Und auch der frühabendliche ´der mit den Durchgeknallten Laufende´ ist beeindruckt. Hier soll ein Jetboot den Wasserfall hochfahren?












Sonntag, 16. September 2007

16.09.2007

Der Dauerregen hat uns doch erwischt. Kurze Ausflüge zum Campingplatz-eigenen Spielplatz und zum Thermalpool sind neben ausgedehnten Ruhephasen die Highlight des Tages. Es ist der Hammer wie Bo inzwischen über das Trampolin oder mit dem Wasser bis zum Kinn durch den Pool wetzt. Er lernt motorische Feinheiten im Minutenbereich.

Morgen brechen wir wieder auf.

15.09.2007

Nun brechen wir doch auf, ohne jedoch wirklich aus den Pötten zu kommen. Wir schaffen es 500m weiter bis an den Spielplatz am See. Dort beschäftigen wir uns in den nächsten Stunden mit allerlei Kurzweiligem und freuen uns über das prima Wetter. Es war Dauerregen angekündigt, stattdessen scheint die Sonne durchgehend. Erst abends fahren wir nach Taupo in den Kiwi All Season Camping Platz.

14.09.2007

Direkt am Blue Lake gibt es einen wunderschönen Spielplatz. Wir beschließen das Tempo zu drosseln und geben Bo dort den ganzen Vormittag, um ihn nachmittags mit in das Polonesian Spa zu schleppen. Dort wackelt der Kleine von einem Heißwasserbad in das andere, ohne Ermüdungserscheinungen zu offenbaren. Die Freiluft Lake Side Spas zeichnen sich neben ihrem üppigen Preis von 70 $ durch direkte Seenähe mit Schwefelstinkenase (im See entweicht auf kleinen Inseln der Dampf), durch Schwefelstinkewasser von 36, 38, 40 und 42 Grad aus. Selbst Annette hat jedoch im heißesten Bad zu kämpfen. Dann geht es auf den schönen Spielplatz in Roturoa und auf dem Weg zurück in den Holiday Camping Park am Blue Lake hat Bo schon sehr mit der Müdigkeit zu kämpfen.

13.09.2007









Puppenwagenralley im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland! Bo schüsselt zwar begeistert mit seinem Puppenwagen über die Pfade, doch weit kommen wir nicht. Um 10.15 Uhr begeben wir uns zur nahe gelegenen Lady Knox. Der Geysir bricht natürlicher Weise alle 2- 48 h aus. Das ist für Touristen schwer planbar, so hilft man der Natur mit 300g Seife nach und bringt ihn zum Schäumen. Die Wasserfontäne springt hiernach etwa eine Stunde lang ca. 8-10 m in die Höhe. Die Mud-Holes sind zwar nicht so hoch, blubbern dafür aber in der Menge und Fläche sehr beeindruckend. Überall stinkt es bestialisch nach Schwefel! Zurück auf den Wai-O-Tapu-Pfaden schläft Bo im Kinderwagen und die Eltern können in Ruhe die Sinterterrassen, Schwefelhöhlen, -hügel und Krater und Schlammtümpel sowie limonengrüne Seen besichtigen. Schön angelegte Wege führen uns im amerikanischen Stil durch die. Naturphänomene. Zwischendurch kommt die Sonne raus und das Farbenspiel wird noch beeindruckender.

Nach 1 ½ Portionen Quiche und mit einer kleinen Freundin im Schlepptau geht es Bo im Visitor Center prächtig und die Kinder tingeln fröhlich durch die Cafeteria und den Souvenirshop. Das gibt uns Gelegenheit günstige Fleecejacken zur erwärmenden Ergänzung unserer Reisegarderobe auszusuchen. Der erste Frühlingsmonat ist auch in Neuseeland nicht sehr warm! Erst nach x „Bye-bye“ können wir die kleinen Freunde am Parkplatz trennen. In Rotorua, der Schwefel-stink-Hauptstadt selbst, finden wir einen tollen und gut besuchten Spielplatz, auf dem wir alle schaukeln, drehen, klettern und uns austoben können.

Der Kühlschrank verlangt nach Nachschub und Bert nach Abwechslung auf dem Brot. Somit ab in den Supermarkt und dann vollgeladen zum schön gelegenen Camingplatz am Lake Blue, 10 km süd-östlich von Rotorua.

12.09.2007




Ein klarer Morgen, wir begeben uns diesmal per Camper durchs hügelige Gelände hinauf zur Ruakuri Höhle, in deren Nähe ein gleichnamiger Wanderweg verläuft. Durch einen wunderschönen Urwald geht es an kleinen Höhlen und Nischen vorbei und zum Teil auch hindurch. Bo im Tragegestell musste den Kopf einziehen und ich (Annette) fast bis auf die Knie runter, damit wir durchpassten, immer dem rauschenden Bachlauf folgend bis dieser durch eine große Höhle fließt. Das „Wasser“ - ob fließend, plätschernd, rauschend oder fallend - fasziniert Bo sehr und er hält sich tapfer bis kurz vor dem Parkplatz wach.

Mit Taschenlampen bewaffnet fahren wir Richtung Küste. Nur 26 km wollen wir weit, doch durch viele Kurven und Fotostopps sind wir über eine Stunde unterwegs. Die einzige selbst zu erkundende Höhle der Gegend erweist sich als schlammig, glitschig und mit Taschenlampe in der Hand nur schwer zu begehend. Keine Glühwürmchen, sonst gäbe es hier auch Adventuretouren zu buchen, wie in allen anderen Höhlen rundherum. Alleine so im Stockdunkeln ein Tau runterklettern, das war Adventure genug für mich und mit Wassertropfgeräuschen aus allen Ecken auch irgendwie gruselig. Ein paar km weiter laufen wir den Walkway zum Marokopa Wasserfall hinunter. Wiederum hört man das Wasser schon von weitem und Bo läuft und läuft! Dafür, dass der Wasserfall in keinem Reiseführer als beachtenswert vermerkt ist, ist er phantastisch! Der nächste Walkway ein paar Kilometer die Strasse nach Waitomo zurück, führt uns zur Mangaphone Natural Limestone Bridge. Ein wirklich beachtlich hoher, erodierter Gesteinsbogen mit einem zweiten Kleineren darunter durch den der Fluss dahinplätschert. Schöne Wanderungen! Das Highlight für Bo: eine ca. 15 m lange Hängebrücke, die wir ordentlich ins Schwingen bringen können, während Bo (doch eher in Schwingungsknotenpunkten, der Schisser) jauchzend „hoppa, hoppa“ ruft und macht!

Ein `kurviger´ Tag geht über den Highway 30 zwischen Taupo und Rotorua in Golden Springs zu Ende.