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Mittwoch, 3. Oktober 2007

03.10.2007

Euch allen einen schönen Feiertag!

Der Morgen beginnt mit einem lauten „ohhh“, als Bo den Vorhang hebt und Schneeflocken entdeckt! Ja, es schneit tatsächlich. Die Berge rundherum sind bis tief herunter gezuckert. In Anbetracht der zu erwartenden Temperatur draußen, bleiben wir einfach im Bett und spielen. Bei den Temperaturen will der kältescheue Bert gar nicht mehr ans Raften denken. Nachdem die Sonne jedoch die Wolkendecke vertrieben hat, begeben wir uns von einem Hüpf-Renn-Frosch begleitet ins Städtchen und buchen doch einen Whitewater-Rafting-Trip für Bert am Nachmittag. Die Zufahrt zum Fluss ist verschneit, so dass es die „Fancy-Version“ mit Heli-Zubringer sein muss. Wenn das der Bo wüsste!

„Der Helicopter Flug war schön, besonders als der Pilot mit ein wenig Gas nach dem Überqueren des Berges in den Canyon runter gedüst ist. Das Rafting ist absolut professionell arrangiert (etwas zu professionell sogar), zwei 4er Grades werden durchquert, nass ist man ordentlich, frisch ist das Schmelzwasser auf 600 m Höhe auch noch, aber der Nassanzug schützt ausreichend. Dann nach einer Stunde des Fahrens ist leider schon alles wieder vorbei. Heiße Duschen, einen Snack und dann mit dem Bus in die Stadt zurück, wo ich von Annette und Bo schon erwartet werde.“

Die Sonne scheint den ganzen Nachmittag aus blauem Himmel. Ich und das Hoppahü verbringen eine ruhige, schöne Zeit (endlich mal ohne Papa). Hauptaktivitäten sind Wickeln, den Spielplatz am See erkunden und bearbeiten, Enten (unser Känguruh mehr sich selbst) mit altem Brot füttern, Boote bestaunen und die Seele baumeln lassen. Dann geht es hinter dem Flummibällchen zurück in die Stadt und wir holen Bert ab. Dem ist das Adrenalin noch nicht aus dem Blut entronnen und so muss er vor dem von allen verdienten Abendessen noch Tolkiens „Lord of the Rings“ Drehortebuch in einem Buchladen aufstöbern. Hinter Mini-Messner her machen wir uns dann auf den steilen Weg zurück zum Campingplatz, aber selbst solche Steigungen schaffen es heute nicht den Springfloh platt zu machen.

Dienstag, 2. Oktober 2007

02.10.2007







Was ist eklig? Antwort: In der Brotabteilung von hunderten Obstfliegen umschwärmt zu werden und die Brötchen, die den ganzen Tag in der Auslage lagen vor Fliegen nicht mehr sehen zu können? Nein, das ist ein Lutschdrops verglichen mit dem Anblick einer Männer-Campingplatz Toilette um 10 Uhr am Morgen kurz vor der Putzkolonne. Mit Details will ich Euch nicht belasten, manchmal wären Hotelzimmer aber wünschenswert.

Kurz nach meinem Erlebnis der Golgotha-Art setzen wir uns unter stummem „Boah“ eines kleinwüchsigen Mitreisenden in die Gondel und fahren auf den Hausberg von Queenstown. Regen ist für heute angesagt, aber es scheint nicht vereinzelt die Sonne zwischen den Wolken, so nutzen wir die Chance. Die Aussicht ist herrlich, ein Bild beigefügt. Die Krönung des Ausflugs war aber die herzliche Bedienung im Aussichtsrestaurant, welche nach Bestellung zweier heißer Schokoladen wie selbstverständlich ohne Aufpreis eine eigene heiße Schokolade in einem Espresso-Becher für Bo brachte. Er war so glücklich, dass er uns danach noch zu einer Portion Fritten und Wedges um 11 Uhr morgens überreden konnte.

Dann ging es unter heftigem Winken zu den entgegenkommenden Gondelgästen zum Mittagsschlaf in das Wohnmobil. Nachmittags war bei Regen Shopping in der City angesagt und dabei wurden alle drei Kiels auch einer Neuseeländischen Schafrasur unterzogen. Die Wolle ist ab!

Montag, 1. Oktober 2007

01.10.2007











Puzzling World ist eine Kuriositäten Sammlung. Optische Phänomene wie Hologramme und optische Täuschungen werden genauso dem Besucher angeboten, wie ein großes Labyrinth zum Durchlaufen. Ca. 2.5 km sind wir in etwa durch dieses Labyrinth gelaufen bevor wir alle Aufgaben gelöst und den Ausgang gefunden hatten. Bo hatte einen Heidenspaß, bis er dann so müde war, dass er nicht mehr laufen wollte und konnte.

Den Mittag verbringen wir lesend, bzw. Bo schlafend am Seeufer. Am Nachmittag besuchen wir eine Kletterhalle. Nachdem Bo realisiert hat, dass er nur mit Sicherung arbeiten darf, wendet sich der geborene Freikletterer lieber anderen, wichtigeren Dingen des Lebens zu, die da wären: Hunde streicheln, Mädchen ärgern und Gummi-Eidechsen als Flugzeuge bezeichnend durch die Halle fliegen zu lassen. Während dessen mühen sich seine Eltern eine Stunde lang an Kletterwänden unterschiedlicher Art und Schwierigkeitsstufe ab.

Mit müden Muskeln machen wir uns dann auf den Weg nach Queenstown, der Freizeit-Metropole Neuseelands. Die Fahrt ist schön; sie ist kurz, ein Pass wird überquert und die Ausblicke zur Abendzeit sind herrlich. Durch Zufall haben wir auch festgestellt, dass nicht nur in Deutschland, sondern auch in Neuseeland die Uhren umgestellt wurden. Wir sind jetzt eine Stunde weiter unterwegs. In Deutschland wurde die Zeit zurückgestellt?

30.09.2007








“Die Nacht hatte den Namen „das Grauen“ (ausnahmsweise diesmal nicht mit Bo verwandt oder verschwägert) und war die Inkarnation eines Orkans. Heftiger Regen war angekündigt, aber dann rechnet man doch nicht mit so etwas! Unser Camper wurde wie ein Erlenzweig im Wind hin und her geworfen. Das energische Prasseln des Regens auf das Autodach war nicht zu ertragen. Selbst mit den Fingern in den Ohren konnten wir beim dem Schlagzeugorchester nicht schlafen. Die vom Himmel auf uns und das Westland niederstürzenden Wassermassen, schwemmten unseren Wagen in Minuten von seinem Stellplatz und wäre nicht unser Stromkabel fest in die Campingplatz-Steckdose eingesteckt gewesen, so wären wir sicherlich auf die Tasmanische See gespült worden. Wie viel Niederschlag gefallen ist, wissen wir noch nicht, aber die Region ist als Nasseste Region in Neuseeland berüchtigt, und so wurden schon mehr als 1,8 Meter Niederschlag in weniger als 72 Stunden dort gemessen. Am Morgen schnappte ich mir das Stromkabel zwischen die Zähne und schwamm, das Auto hinter mir herziehend, zur Strasse. Dort wo gestern noch Viehweiden an die Verbindungsstrasse nach Haast grenzten, befanden sich nun Seen. Die Kühe schauten nur noch mit dem Kopf aus dem Wasser und die Schafe ohne einen Hügel auf ihrer Weide ertranken, sofern sie sich nicht auf den Rücken von anderen Schafen oder Kühen stellten. Was gestern noch Flüsschen waren, die das Hochland entwässerten und unsere Route kreuzten, wuchs über Nacht zu wahren reißenden Strömen an, zu den sich der Rhein im Vergleich wie ein mageres Rinnsal von Hundepippi ausmalt. Dies entspricht alles den Tatsachen, so wahr mir Gott helfe!“

Gezeichnet

Dr. Bert von Münchhausen

Hmh, nun ja, vielleicht ist die ein oder andere schlichte Übertreibung dabei, aber bei einer Sache habe ich nicht gelogen! Welche ist das?

Allerdings sind wir wirklich auf eine Zeitung morgen gespannt; sämtliche Wege zu den Gletschern waren heute auf jeden Fall gesperrt.

Die Straße nach Haast ist neben der Wasserfülle auch deshalb faszinierend, weil sie uns an einer „World Heritage“ – Küstenlandschaft entlang führt. Die Look-Out Punkte sind in ihrer Anzahl leider reduziert. Unser Bedauern löst sich allerdings flott in Wohlgefallen auf, als wir beim Aussteigen an einem solchen Punkt nur knapp und mit äußerstem Überlebenswillen einem Schwarm hungriger Killer-Sandfliegen entfliehen können.

Bo, der Arme, wird von uns wach gehalten, weil wir uns schon ein schönes Fischrestaurant in Haast ausgeschaut haben, in das wir ihn zum Mittagessen schleifen. Leider müssen wir anerkennen, dass eine im Werbeprospekt abgedruckte Dinnerkarte nicht repräsentativ für ein Lunch-Angebot im gleichen Restaurant sein muss. Nachdem wir also die kalte Lasagne und das Panini zu lauwarmer Schokolade zu uns genommen haben, geht es weiter in Richtung Wanaka. Zwei üppig gefüllte Wasserfälle am Wegesrand werden fotographisch und bestaunend mitgenommen und über den Haast Pass überqueren wir dann den Gebirgszug. Es ist deutlich kälter und eine Rastpause am idyllischen Lake Wanaka kann nur im Auto, im Wald oder aber am Seeufer bei starker körperlicher Aktivität zur Ankurbelung der Eigenwärmeproduktion überstanden werden.

Am Lake Wanaka und Havea entlang fahren wir dann die letzten 50 km nach Wanaka selber. Der Rest des Tagesprogramms ist dem ausdauernden, kundigen Leser inzwischen bekannt!