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Samstag, 20. Oktober 2007

20.10.2007




Bo ist früh auf und um 9:15 Uhr machen wir uns auf den kurvigen Charlotte Drive nach Picton. Für 2 Uhr Nachmittags reservieren wir einen Platz auf der Bluebridge Fähre nach Wellington. Dann tobt sich ein junges Familienmitglied auf dem Spielplatz aus und wir nehmen Gas auf. Ein kurzes Mittagessen gibt es für alle Familienangehörige, die nicht potentiell seekrank-gefährdet sind (es weht eine steife Brise), der Rest ernährt sich Pillen-orientiert. Die Fahrräder werden indoor verstaut, damit wir nur 7 Meter lang sind und auch diese nur bezahlen müssen und schon geht es los. 3 ½ Stunden dauert die Überfahrt wieder und diesmal haben wir uns in der billigeren, kleineren Fähre einquartiert. Es gibt also weniger Programm für Bo aber so ein Schiff bietet dann doch viele Winkel zum Erkunden. In Wellington angekommen, fahren wir die fehlenden 20 km bis zum uns schon bekannten und bewährten Campingplatz in Lower Hutt.

19.10.2007

Heute fahren wir auf schon bekannten Wegen in Richtung Island-Ferry Anlegestelle. zurück. Zuerst aber nutzen wir die Gelegenheit und machen uns noch eine schöne Stunde am Strand mit störrischen Einsiedlerkrebsen, einem auf Burgen setzenden Kind, einem Seestern und enden mit einem gekonnten Bauchplatscher in einer seichten Pfütze. Anschließend fahren wir bis nach Takaka und füllen unsere Lebensmittelreserven auf. Dann geht es weiter bis nach Nelson, was wir am Nachmittag erreichen. Damit Bo nicht zu viel zugemutet wird, legen wir eine zweistündige Spielplatzpause ein, um danach noch eine Stunde weiter bis nach Havelock zu fahren. Dort kehren wir in das Slip Inn Cafe ein und lassen uns noch einmal mit frischen Muscheln verwöhnen. Das Highlight für Bo kommt zum Schluss: wir beobachten wie ein Lastwagen mit Muscheln frisch vom Schiff beladen wird. Ein Gabelstapler flitzt hin und her und arbeitet synchron mit dem Ladekran des Schiffes. Faszinierend! Dann geht es auf den schon vor 5 Tagen genutzten Aussichtshügel vor dem Dorf, der uns erneut als Nachtquartier dient, denn auch der Campingplatz in Havelock bietet keine schnurlose Internetverbindung an.

18.10.2007















Nun sind es nur noch wenige Wochen bis zur Abreise und so langsam will die Fahrt in den Norden geplant werden. Wir wollen auf jeden Fall noch eine spektakuläre Tour zu einer Tölpelkolonie auf Cape Kidnappers nahe bei Napier auf der Nordinsel, White Island und ein wenig Beach auf der Coromandel Halbinsel genießen. Die Tölpelkolonie bei Napier bestimmt den Zeitrhythmus, da sie bei Flut nicht mit dem Traktor erreichbar ist. Also dürfen wir nicht vor Dienstag dort sein. Wir haben demnach Zeit. Deshalb entschließen wir uns am Morgen zum Farewell Spit zurückzukehren. Während ich den kurzen Puponga Point Walk bei Ebbe bis zum Ende stapfe und dabei grummelige, schläfrige Seehunde überrasche, entscheiden sich Bo und Annette zu einer weniger wegintensiven aber genauso zeitintensiven Kurzvariante ins Watt. Krebse wecken Bo´s Neugier und bald buddelt er den armen Dingern mit Feuereifer hinterher. Erst nachdem er sich zwei Mal längs in Salzwasserpfützen gelegt, interessiert mehrmals den Geschmack derselbigen getestet und auf Papas Rückkehr gewartet hat, fällt im auf, dass er eigentlich todmüde und es ihm kalt ist.

Kurzerhand verfrachten wir ihn ins Bett und gönnen uns einen geruhsamen Lunch – zumindest bis der Akku des Babyphones versagt – im bewährten Cafe des Visitor Centers. Annette verdrückt zwei Riesenkrebse und ich genieße vor allem die Iced Chocolate. Am Nachmittag fahren wir über Pakawau – wir brauchen Brot – und dann knapp nördlich vom Ort in eine nach Westen abzweigende Schotterpiste zu den Kaihoka Lakes. Es sind Palmen gesäumte kleine Seen die wir in einem 30 min Walk erkunden. Campen ist dort verboten und so stellt sich die Empfehlung als weniger spektakulär als erwartet heraus. Die Nacht verbringen wir wieder in Pakawau auf dem Campingplatz.

17.10.2007











Über einen kurvigen Pass fahren wir am Morgen Richtung Takaka und dann weiter bis nach Puponga und Farewell Spit. Das Visitor Center erreichen wir noch gerade vor der Mittagszeit und nutzen das angeschlossene Cafe für eine leckere Energiezufuhr. Die Aussicht auf das Farewell Spit ist herrlich.

Farewell Spit ist eine Ramsar Site sowie eine Flyway Reserve Network Site. Es hat nicht den Status eines Nationalparkes ist aber staatliches Schutzgebiet mit einer Farm die auf Lizenz betrieben wird, unter der Auflage das Naturgebiet zu belassen und zu schützen. 30.000 Zugvögel aus Sibirien, der Mongolei und Alaska kommend treffen sich hier im Südsommer. Außerdem gibt es feste Populationen (insgesamt 8.000) von einheimischen Vögeln, wie z.b Australasiatische Gannets (Tölpel), Albatrosse und schwarze Schwäne in großen Schwärmen. Mehr als 90 Spezies wurden hier registriert.

Die Vielzahl an Tieren ist bedingt durch die Landschaft selbst: das Spit ist eine 25 km lange, teils bewaldete Sand- und Felszunge, die sich der Strömung folgend nach Osten streckt. Gebildet wurde sie durch Gestein, an der Westküste der Südinsel aus den Neuseeländischen Alpen getragen und zu Sand zermalen wurde. Das dabei entstehende feinste Material wird durch die Strömung bis hierher in den Norden geschwemmt und angetragen.

Die „Farm-Gegend“ erkunden wir am Nachmittag über Wanderwege, die von verschiedenen Parkplätzen abgehen.

Zunächst geht es zum nördlichsten Punkt der Südinsel, dem Cape Farewell. Auf dem Weg müssen wir durch verschlossene Gatter. „Ob wir diese öffnen und hinter uns schließen dürfen“ geht Annette fragen und kommt nebst einem „Ja“ mit einer Einladung ein Schafzählen beobachten zu dürfen zurück. So kommt Bo zunächst zu dem zweifelhaften Vergnügen von dem imposanten, neugierigen Oberschafhund als Babyschaf zu seiner Mama getrieben zu werden, dann aber ein Lamm streicheln zu dürfen, was ihm – mit weiterhin kritischem Blick auf den Hund – besser gefällt. Das Nordkap ist schön mit einem kleinen Felsbogen.

Der nächste Treck geht – mit Bo im Rucksack – an den Wharariki Beach. Über Schafweiden auf denen wir mit lautem, nicht unbedingt freundlichem Mäh begrüßt werden, geht es über Dünen zum windgerütteltem Strand. Ca. 20 Albatrosse am Wasser machen den „Sand-Cookie“ zur Teezeit zu einem bereitwillig gezahlten Preis. Der Strand ist urig und mit den Felsformationen imposant. Bo versteckt sich vor dem Wind unter seiner Decke und findet dort solch ein komfortables Nest, dass er kurzerhand noch ein Nickerchen einlegt. Zurück am Auto breche ich noch einmal alleine flott auf dem Mountainbike zum Stone Bridge Beach auf, nicht ohne es danach auf der 15 minütigen konstant aufsteigenden Piste mehrfach zu bereuen. Dann geht es von der Piste abgehend endlich bergauf, zu steil für ein Rad, um dann über eine Treppe eine neuerliche Weide zu erreichen. Hier weiden neben Mähs auch stattliche Muhs mit ihrem Nachwuchs, so dass ich mich immer wieder zum devoten Freund erkläre und rasch weitertrabse. Endlich der Strand und er war jede Mühe wert. In den Fels durch Wasser geschliffene Bogen, skurrile Figuren - aus Kieselstein-Lehm geformt - lassen mein Amateur-Fotographenherz jubilieren. Kaputt und alle kehren wir am Abend in Pakawau auf dem Campingplatz ein, lassen Bo sich noch einmal ins Meer plumpsen und genießen dann den Strandblick aus dem warmen Wohnwagen mit sich waghalsig ins Wasser stürzenden Tölpeln.

16.10.2007











Der Abel Tasman National Park ist der kleinste Nationalpark Neuseelands, hat jedoch die höchste Besucherzahl aller Nationalparks. Er zeichnet sich durch eine faszinierende, 50km lange Küstenlandschaft mit wild bewachsenen Klippen und Hängen, smaragdgrünen Buchten, kleinen Inseln und fast 100 feinen Sandstränden aus. Über 2000 Kajaks sind in der Hochsaison im Nationalpark gleichzeitig unterwegs. Dazu kommen 18 Wassertaxis und all jene Urlauber, die den Park wandernd erkunden. Hütten gibt es nicht ausreichend entlang der Küste, deshalb geht hier normalerweise ohne Buchung nichts. In unserem Fall ist das anders – bemerkenswert schlechtes Wetter für die Jahreszeit in den letzten Wochen hat Touristen abgehalten und der Campingplatz ist verwaist. Selbst Restaurants haben in Kaiteriteri nicht geöffnet – „no business“ lautet lakonisch die Antwort auf unsere Ernährungsfrage. So haben wir wenigstens kein Problem, kurzfristig nicht nur ein Wassertaxi zu bekommen, sondern sogar die Rückfahrt wetterabhängig flexibel zu lassen.

Wassertaxis sind kleine Außenbord getriebene, 20 Mann fassende Schnellboote, die in einem festen Rhythmus entlang der Küste fahren.

Wir lassen uns in 45min von Kaiteriteri in die Torrent Bay fahren und entscheiden uns bei schönstem Sonnenschein (entgegen der Wetterprognose) für die späte Rückfahrt um 4 Uhr. Wie erwartet gefällt Bo die Hinfahrt nicht: zu laut, zu windig und das wo er doch müde ist. Nach kurzem Gejammer entscheidet er sich für ein Nickerchen auf meinem Arm. Das ist aber sofort nach Ankunft vorbei – dann geht es los den Strand zu erkunden.

Wir haben vereinbart, uns im südlich gelegenen Anchorage abholen zu lassen. Dem Klugdeutschen wir nun sofort auffallen, dass es eine ordentliche Leistung ist, mit wenigen Stunden Marsch trockenen Fußes Alaska zu erreichen und dass ich mich zweifellos bei der Himmelsrichtung vertan haben muss.

Die tropischen Temperaturen, die bratende Sonne und das dicke Kind im Rucksack geben mir trotzdem das Erschöpfungsgefühl, welches einer Wanderung nach Alaska entsprechen mag. Da nützt selbst die halbstündige Verschnauf- und Lunchpause an den Cleopatra Pools nichts (hah, in Ägypten ist er, also doch auf dem Weg nach Norden!?!)

In Anchorage haben wir noch eine Stunde am Strand und dann geht es mit einem skeptischen Kind – welches Boote auf der Rückfahrt dann doch wieder interessant findet – von Alaska zurück nach Kaiteriteri.

15.10.2007



Der Weg ist heute nicht das Ziel. Eine unspektakuläre Fahrt erwartend, werden wir nicht überrascht. Nach Serpentinen-Gegurke nördlich von Havelock durchqueren wir „City of Road Construction“ Nelson und campieren zu Mittag auf Rabbit Island. Eine Besichtigung einer unter Arbeit befindlichen Rodungslichtung dreht Bo so auf, dass er glatt seinen Mittagsschlaf verweigert. Während sich die Gewitterwolken über uns zusammenraufen fahren wir kurzerhand die fehlenden 40 km nach Kaiteriteri weiter, dem Tor zum Abel Tasman National Park.

14.10.2007







Da Bert von der Möwenkolonie und dem Walk an der Küste entlang so angetan war, beschließen wir, Ebbe und Flut berechnend, das Ganze heute Vormittag noch einmal gemeinsam zu begehen.

An der Peninsula angelangt stellen wir überrascht fest, dass die Seehunde mit der Flut den Weg an Land gefunden haben. Träge und sich nicht um die Autos und Besucher mit Fotoapparaten kümmernd, liegen sie unmittelbar vor uns auf den ersten Felsen, direkt neben der Straße und einer sogar auf dem Parkplatz! Das ist für einige Zuschauer so überraschend, dass sie erst auf Zuruf und in aller nächsten Nähe den Seehund wahrnehmen. Ich hätte statt dem Seehund lieber mal die Überraschung-Rückwärtssprünge der Leute aufnehmen sollen.

Unser gemeinsamer Walk wird von kräftigen Windböen und einem entsprechend wenig begeisterten Bo sowie vor allem durch einen dicken Seehundbullen vereitelt, der sich bei fallender Flut an einer enge Passage der Steilküste unpassierbar auf einem Felsen platziert hat. Ohne Konfrontation um seinen gefangenen Lobster – die hat er schon genügend mit seinen Artgenossen - ist hier kein Vorbeikommen.

So kuscheln wir uns in den Wohnwagen und beobachten Tiere und Touristensprünge aus windgeschützter Position. Bo schläft – wie beabsichtigt - schnell wieder ein und rührt sich über drei Stunden lang nicht von der Stelle. Das gibt mir –Annette - alle Zeit der Welt, sich bei weiter sinkendem Wasserstand mit mehr Abstand an dem Wegelagerer vorbei zu mogeln und zur Vogelkolonie zu wandern. Heftige Windböen zwingen die Möwen zu rasanten Flugeinlagen. Ihr Geschrei und das Geblöke der kämpfenden Seehunde um die besten Felsenplätze übertönen selbst den pfeifenden Wind.

Zum Mittagessen kehren wir in Kaikoura in „The Crayfish“ ein und fahren danach mit Seefood Chowder, Seefood Fettucini und Wedges gestärkt nach Blenheim. An der Küstenstrasse werden wir noch mehrfach zum Anhalten verführt - überall liegen Seehunde zusammen, bellen sich an, springen vom Schwimmen kommend an Land und ihre kleinen Jungen plantschen in Pools. Erst vor Blenheim geht es landeinwärts und die Landschaft präsentiert sich wieder in unspektakulär-grasgrünen, mit Schafen oder Weinranken besetzten Hügeln. In Blenheim gibt es das Kinderprogramm des Tages – einen großen Spielplatz in einem schönen Park. Ein kleiner Junge ist rasch gefunden zum spielen und seine nette Mutter zum quatschen. Nach dem Abendbrot machen wir uns ausnahmsweise noch einmal auf den Weg und legen schnell die Strecke bis Havelock zurück, um dort auf einem etwas von der Straße versteckt gelegenen Lookout über dem Dorf, die Nacht zu verbringen.

13.10.2007




























Um sieben Uhr mit dem Sonnenaufgang über dem Meer wandere ich zur Whale Watching Station. Kurz danach geht es mit einem großen Katamaran - bis zu 50 km/h schnell - hinaus aufs Meer. Schon beeindruckend, wenn der Tiefenmesser innerhalb von zwei/ drei Sekunden von 90m auf 600 m Tiefe abfällt und dann im Sturzflug weiter sinkt. An der Goose Bay liegt der Meeresgraben sogar nur 800 m vor der Küste und ist bis zu 5 km breit. Wir fahren vor Kaikoura ein bisschen weiter hinaus.

Der „Whale Watch“-Monopol-Anbieter ist wider Erwarten gut. Innerhalb von kürzester Zeit wird ein Wal gesichtet, doch kaum hat das Boot die Richtung eingeschlagen, ist er schon wieder auf Tauchstation gegangen. Macht nix, es ist strahlend blauer Himmel und kaum ein Lüftchen regt sich. Entsprechend ruhig ist das Meer und so kann selbst ich als Laie kurz darauf schon aus weiter Ferne eine Blasfontäne ausmachen. Darunter ragt ein beeindruckend massiger Körper aus dem Wasser. „Manu“, ein Pottwal von über 12 m Länge atmet einige Minuten tief durch, dann sinkt sein Körper einmal relativ flach kurz unter die Wasseroberfläche ab, er taucht auf, bläst noch mal kräftig aus und dann wölbt sich der gigantische Rücken, langsam, nicht enden wollend krümmt er sich beim Abtauchen aus dem Wasser bis das Rückrat erst immer schmaler wird und sich dann die Schwanzflosse aus dem Wasser erhebt, aufstellt und er fast senkrecht abtaucht! Wahnsinn!

Noch völlig gefangen von diesem Anblick heißt es Platz nehmen (der sonst übliche Seegang in Verbindung mit den Pferdestärken des Katamarans bedingen Sitzpflicht), der Kapitän möchte uns mehr davon bieten. So fährt er ein wenig, hört ins Echolot und prompt hat er einen zweiten Wal entdeckt. „Big Nick“ hat eine deutliche Kerbe an der Schwanzflosse und bietet uns das gleiche Schauspiel, wie zuvor beschrieben.

Die Pottwale tauchen in der Regel 40-60 Minuten zur Nahrungsaufnahme, bevor sie wieder auftauchen. Da die Beiden uns ihren Standort und ungefähre Tauchrichtung verraten haben, findet die Crew sie im Wechsel tatsächlich jeweils ein zweites Mal. So durfte ich viele Minuten lang die riesigen Walrücken beobachten und konnte dabei gut erahnen, wie groß und imposant das gesamte Tier sein muss. Das Ausblasen ist ein beeindruckend tiefes Geräusch! Viermal kann ich das Erlebnis der abtauchenden Schwanzflosse genießen! Einfach wunderschön! Dazu konnten wir noch Albatrosse und andere große und kleine - mir aber unbekannte – Seevögel beobachten. Auf der Rückfahrt zum Hafen gibt es weitere Infos und Videos von verschiedenen Walarten. Kaum vorstellbar, dass man Wale beim Tauchgang in 3600 m gemessen hat, oder?

Beeindruckt kehre ich zum Wohnwagen zurück, wo sich mein Sohn schon wieder einem Nickerchen hingibt und Bert sich vom „Hoppa“ erholt.

Am Nachmittag fahren wir an die Spitze der Halbinsel von Kaikoura. Hier gibt es neben der Szenerie eine Robbenkolonie zu bestaunen und wir wollen den Clifftop Walk um die Halbinsel herum machen. Die Seehunde liegen bei Ebbe auf freigelegten kleinen Inseln recht weit vor dem begehbaren Gelände auf ihren Felsen in der Sonne und räkeln sich. So stapfen wir den Berg hinauf, um von oben bessere Sicht zu haben. Doch schon nach kurzer Zeit gibt uns Bo zu verstehen, dass ihm in seiner Rücktrage in der kräftigen Brise dort oben kalt ist. Gerne verkriecht er sich in Papa´s Fliesjacke, doch auch die kann ihn nicht lange besänftigen und so tönt bald ein flehendes, kontinuierliches „Auto, Auto“-Geräusch an unsere Wind-umwehten Ohren. Annette gibt der penetranten Forderung nach und macht sich mit dem Mini-Mann auf den Rückweg. Kaum vom Berg und somit aus den kräftigsten Winden heraus, ist Bo putzmunter und vertreibt sich die Zeit mit einem großen Boxer und einem kleinen Welpen, die nun mal beide gerne gestreichelt werden wollen, auch wenn Bo lieber nur den kleinen Kerl um sich herum hätte.

Ich – Bert – folge dem Weg noch ein wenig weiter. An der Küste möchte ich den gleichen Weg zurückgehen. Von oben habe ich schon Seehunde und Möwen-Nistkolonien erspäht, die ich gerne näher besichtigen will. Schon bald ergibt sich eine Gelegenheit abzusteigen und tatsächlich kommt man vorsichtig bis auf 5 Meter an die nistenden Möwen heran, ohne dass die sich gestört fühlen Natürlich geht das nur gebückt und langsam. Andere Wanderer versuchen es aufrecht und werden rasch von zornigen Vögeln kreischend und drohend angeflogen.

Die Geräuschkulisse ist beeindruckend und die Felsformationen an der Küste sind der nicht erwartete Bonus. Auch einen „White Faced Heron“ kann ich beobachten, Kormorane und die Robben scheren sich schlummernd gar nicht um mich. Begeistert wandere ich bei heraneilender Flut zurück und schicke Annette noch auf den Weg zur Nistkolonie. Die Flut kommt aber zu schnell und sie muss rasch umkehren, um nicht abgeschnitten zu werden.

Kaikura ist wirklich ein Natur- bzw. Tierparadies.