Von dem Park fahren wir ans Meer vor Miranda. Aber obwohl früh am Morgen reichen die Kräfte von Bo nicht mehr aus. Selbst die tollste Motivation von Mama reicht nicht, um Bo an den Strand zu bewegen. So klettert er im Auto herum, wir kochen, essen und schlafen. Dann machen wir uns letztendlich auf den unspektakulären Weg nach Auckland. Wir kommen im Avendale Motor Park unter.
Donnerstag, 1. November 2007
01.11.2007
31.10.2007
Der letzte Tag auf der Coromandel Halbinsel bricht an (zum Glück ist demnächst ein Ende der elenden Kurverei in Sicht! Das Ziel ist ein großer Kaori Baum und ein Wasser-, bzw. Pflanzenpark auf der Strasse von Tapu nach Coroglen. Bo schläft sofort ein und wacht pünktlich beim Square Kaori nach 45 Minuten Fahrt wieder auf. Beeindruckend groß ist der Baum und es fällt schwer zu glauben, dass es einmal einen solchen Baum mit dem 10 fachen Holzvolumen gegeben hat. Die 175 Meter Strecke vom Parkplatz zum Baum entpuppen sich allerdings als ein vertikales Wegmaß, dementsprechend schnaufend kommen wir am Baum an.
Dann geht es zu den Rapaura Watergardens. Der Park ist schön, ein wenig zu besinnlich und irgendwann schlägt bei Bo die akute Nahrungsmittelnot durch. In dem Café anbei essen wir zu Mittag und treiben dann ein nörgelndes Kind (zu wenig geschlafen) zurück zum Auto. Allen Unkenrufen zum Trotz schläft Bo auf dem Weg nach Miranda nicht ein. Dort nehmen wir Quartier, setzen uns in heiße Spa´s, waschen und schlafen. Einen Internetzugang gibt es leider schon wieder nicht. Unverschämte 10 Dollar die Stunde werden verlangt!
30.10.2007
Bo hat Geburtstag und der Tag verspricht spannend zu werden. Zuerst wird Bo im Bett nach der Milch mit Luftballons, zwei Ständchen, seinem Geschenk und seinem Gummibärchen-Vanille-Kuchen überrascht (der Camper hat einen Ofen und eine Kuchenform hatten wir gekauft). Das Kerze ausblasen ist der Hit und wird mehrfach wiederholt. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns rasch auf den Weg –schließlich hat die Oma schon versucht anzurufen und nur der schlechte Empfang hat den Gratulanten zeitlich nach hinten gedrängt.
Dann ist Bo ganz Ohr. Mit starren in die Ferne gerichteten Augen lauscht er dem Geburtstagslied und mehrere „Jas“ beantworten alle Fragen nach Befinden, Geschenken, Spielplätzen, Autofahren etc. Noch ist das Telefonat wenig variantenreich – zu spannend ist die Gegenseite um sich selber groß etwas zu überlegen – aber das Telefon wir mit eisernem Griff festgeklammert und nicht – nie wieder – mit Jemandem geteilt. „Oma, Oma“ müssen wir uns danach wieder eine halbe Stunde lang anhören – genauso lange dauert auch die Fahrt nach Coromandel. In der Touristeninformation erfragen wir uns den Weg zu Bo´s Tagesattraktionen. Zuerst besuchen wir eine Schmalspurbahn, die über mehrere „Kopfbahnhöfe“ 3 km lang den Hügel hinauf klettert. Seltene Bäume sind auf diesem Privatgrundstück eines hauptberuflichen Töpfers angepflanzt, die Bahn selbst ist aber klar die Attraktion. Über 3 Viadukte, durch 3 Tunnel und einen Kopfbahnhof über dem Abgrund schnaufen zwei kleine Züge mit Touristen den Hügel mit Steigungen von 1:10 bis zu einem Aussichtsturm hinauf. Direkt hinter dem Lokführer ist die Bahnfahrt auch todmüde noch spannend und erst kurz vor 2 Uhr bei der Einfahrt in den Endbahnhof schläft Bo ein.
Wir parken direkt vor der nächsten Attraktion, dem Waterworkspark an der 309, bevor wir Bo in sein Bett legen und selber Pause machen. Um 4 Uhr geht es dann frisch ausgeruht los. Verschiedene Wasserbetriebene Geräte (Uhr, Wippen, Räder,…) werden bestaunt, aber die eigentlichen Attraktionen kommen danach: eine durch Wasser angetriebene Musicbox, Fahrräder auf einem Karussell wobei die Pedale den Antrieb darstellen und ein kleiner „Flying Fox“ – eine Drahtseilbahn – werden die Hauptattraktionen, bevor wir am Ende mehrfach spannende Bootswettfahrten (kleine Holzstücke schwimmen durch Kanäle) durchführen.
Glücklich und ausgetobt erreichen wir den spartanischen Campingplatz in Coromandel (PLease knock if you want to shower).
Bos Kommentar zu seinem zweiten Geburtstag: samjhhfrfklmjffdxrcxdssssm,,.
.hgghsfbgew6sx66666t666666666666666 (die 6 ist die Taste ohne Taste!) ndgrft mjbnj! Ich denke das sagt doch alles und die Eltern können zufrieden sein!
29.10.2007
Die elterlichen (und in Bert´s Fall auch älterlichen) Lastenschlepper sind wieder im Einsatz. Die Carthedral Cove bei Hahei ruft! Annette schnallt sich das Männlein auf dem steilen, überwiegend nach unten führenden Hinweg auf den Rücken und ist damit für den Anstieg aus dem Rennen ;-). 40 Minuten lang geht es durch einen schönen Wald hinunter zum Strand. Ein weißer Sandstrand empfängt uns. Aus dem Rucksack befreit stapft das Bürschlein sofort unter den erodierten, 12 m hohen und 20 m langen, Kathedralbogen-ähnlichen Felsenbogen. Ein imposanter Bogen und gar nicht mit den mickrigen Wellen vereinbart die harmlos an den Strand plätschern.
Bo - aller Kleidung entledigt - fühlt sich sofort im Sand pudelwohl und erkundet sogleich das Terrain. Möwen werden gejagt, Playmobiltraktoren über Sandpisten gefahren und kleine Tiere verladen. Ein schmaler, aber ausreichend hoher Sturzbach bildet einen kleinen See am Ende der Bucht. Hier lässt es sich aushalten.
Nach zwei geruhsamen Stunden fängt der Magen an zu knurren und wir kehren zum Auto zurück. Bo schläft dabei ein und wir betten ihn im Auto nur kurz um. Als er um kurz vor 3 Uhr erwacht gibt es dann endlich die nur noch lauwarmen Nunus. Jetzt gilt es noch ein wenig weiter zu fahren. Endlos schlängelt sich der holprige Weg in engen Kehren und selbst kleine Distanzen auf der Karte benötigen zur Überbrückung viel Zeit. In Kuaotunu abzweigend, machen wir noch einmal den Versuch einer Stichstrasse nach Opito folgend einen „wilden“ Campingplatz am Strand zu finden. Wir scheitern allerdings großartig! Zu viele Touristen schippern üblicherweise über die Coromandel Peninsula; überall finden sich Verbotsschilder an entsprechenden Flächen. Also kehren wir gehorsam legal nach Kuaotunu zurück und übernachten in Kuaotunu West in dem Campingplatz mit der grellsten Toilette Neuseelands.
28.10.2007
Was für eine Nacht. Wir können uns entscheiden: entweder ist uns unser Sohn von Werwölfen ins Nest gelegt worden (es war Vollmond) oder aber von Zwergen (er buddelt sogar im Schlaf und das stundenlang). Entsprechend langsam kommen wir auf Touren und so recht will sich die Energie den ganzen Tag über nicht einstellen. Wir fahren weiter Richtung Norden, fassen Gas, Brot, Backutensilien und tanken. Mittags haben wir Tairua erreicht und stellen uns dort an die Grundschule. Das ist ein beliebter Trick geworden, um Bo einen Spielplatz bereit zu stellen, während einer der Ollen essen zubereitet. Dann fahren wir zum Hot Water Beach. Der Strand bietet eine Besonderheit, die man nur selten in der Welt findet (in Kamtschatka soll es etwas Ähnliches geben). Warmes Wasser läuft dort über den Strand in das Meer. An einigen Stellen ist das eine wüste Untertreibung – kochendes Wasser bahnt sich dort seinen Weg und unachtsame Fußgänger fangen dort schnell an zu hüpfen und zu jaulen. Auch Bo und seine Eltern lernen die Lektion wo man sich aufhalten darf auf die harte Art.
Das heiße Wasser hat seinen Ursprung bei einer Felsengruppe; eine Thermalquelle entspringt dort. Buddelt man bei Ebbe ein Loch an dem richtigen Strandabschnitt, so füllt sich dieses Loch augenblicklich mit warmem Wasser, so dass dort gebadet werden kann. Gräbt man an der falschen Stelle, ist es entweder zu kalt oder aber unerträglich heiß. Wir kommen bei Ebbehöchststand an. Es ist Sonntag und der Andrang ist beachtlich. Die Gegend sieht schon wie ein umgegrabener Acker aus. Wir übernehmen von Abzugswilligen einfach ein schon gegrabenes Loch. Die Temperatur ist beachtlich! Zitat Annette: „Hola, bei der Temperatur lasse ich zu Hause in der Badewanne kaltes Wasser nachlaufen.“ Und der Leser möge beachten, dass sich Annette in der Badewanne üblicherweise kocht. Nach ihrem Bad und einer halbstündigen weiteren Pause ist Annette´s Badewasser erst für Normalsterbliche wie mich geeignet und erst nach einer weiteren halben Stunde fängt es an genießbar zu werden.
Bert sitzt also auf der Ecke unseres Loches und bejammert seine einstigen Füße, während Bo und Annette zwischen Brandung, lauwarmen Löchern und unserem Hot Spring hin und her springen. Dann kommt die Flut! Nach und nach werden die gegrabenen Löcher wieder dem Erdboden gleichgemacht und vom Meer zurückerobert. Wir fahren noch bis Hahei und übernachten dort.
27.10.2007
Mein Geburtstag! Ruhig wollen wir es angehen lassen und so machen wir es auch. Zuerst geht es 6 km in den Süden nach Opohe Beach. Von dort wandern wir über einen Klippenpfad 30 Minuten lang in die Nachbarbucht und lassen uns dort das Strandleben gefallen. Gegen Mittag sind wir dann auf dem Weg in den Norden, der uns heute bis nach Waihi Beach führt. In Te Puke halten wir zu Mittag an, um feudal Sushi zu speisen. Das Restaurant gehört sicherlich nicht zu den Besten in Neu Zeeland, von denen die Supermarkt-Sushi verkaufen. Furchtsam horchen wir am Nachmittag in uns hinein, ob die außergewöhnliche Hygiene des Ortes grummelnde Spuren in unseren Mägen hinterlässt. Zumindest sind wir abends noch so gesättigt, dass ein Essen auswärts als nicht lohnend empfunden wird. So bleiben wir auf dem sehr freundlichen Campingplatz und lassen uns von Bo´s Fortschritten auf dem Trampolin begeistern.