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Samstag, 10. November 2007

08.11.2007






Ocean Park oder Disneyland? Wir entscheiden uns für Ersteres, nicht ohne es am Ende des Tages bereut zu haben. Der Themenpark wird über Bahn und Bus erreicht. Dann allerdings werden wir mit einigen Besonderheiten dieses Parkes konfrontiert: Er liegt auf einem Bergkamm. Den Park mit dem Kinderwagen zu durchqueren erweist sich als mittlere Katastrophe – Treppen sind so allgegenwärtig wie chinesische Seniorengruppen, die Bo „Hallo, Hallo“ zurufen. Der eigentliche Park besteht aus drei entfernten Bereichen, die nur mittels Gondel und Rolltreppen erreichbar sind. Die Rolltreppe selbst ist ob ihrer Langsamkeit auch eine Attraktion an sich und so vergeht eine Transitstunde auf dem Gelände bevor wir den ersten Spielplatz erreichen.

Die Wasserbahn ist allerdings gut - das anfängliche Entsetzen über den letzten heftigen Fall wandelt sich bei Bestaunen der nachfolgenden Boote dann doch rasch in Begeisterung. Der Kleinkindbereich ist eng aber ganz nett. Und Bo zeigt der Welt auf der Hüpfburg was er auf den unzähligen Trampolinen und Hüpfkissen in Neu Zealand gelernt hat.

20 Meter dann bevor wir das Ocean Theater erreichen, um die Delphin Show zu bestaunen, kommt die Durchsage die 4000 Plätze wären komplett mit chinesischen Senioren gefüllt und man solle doch bitte 2 Stunden warten. Die Zeit haben wir aber leider nicht mehr. Nach einem Besuch des gelungenen Korallenriffs mit tropischen Klein- und Großfischen machen wir uns dann auf den Weg ins Hotel. Platt und müde kommen wir wieder gegen 6 Uhr an. Jetzt heißt es Essen – Sushi wird auf dem Weg besorgt – und natürlich Packen, denn Morgen geht es heimwärts.

Freitag, 9. November 2007

07.11.2007











Macau – heißt das Ausflugsziel heute. Früh müssen wir uns auf den Weg machen. Mit der MTR (U-Bahn) fahren wir bis in die Nähe des Fähren-Landungsstegs. Zu dieser Uhrzeit funktioniert das leider nur im Konservendosenkonzept. Es werden zwar keine professionellen „Schieber“ wie in Tokyo verwendet, aber deren Job übernehmen die Fahrgäste freiwillig selbst. So geht es dann in kubisch dichter Kugelpackung mit den Berufpendlern dahin. Wir kriegen eine Fähre um 9 Uhr.

1 Stunde und 15 Minuten dauert die kabbelige Überfahrt im Katamaran, die deutliche Spuren in vielen Gesichtern unserer fast ausschließlich chinesischen Mitreisenden hinterlässt.

Die Formalitäten, die es zu bewältigen gilt, um von einem Bereich Chinas (Hong Kong) in einen anderen Bereich Chinas (Macau) zu kommen, sind kaum zu übertreffen. Formelle Ein- und Ausreise mit Papierkram und Zoll sind notwendig.

In Macau laufen wir entlang der Grand Prix Rennstrecke und werden durch die beachtlich großen Casinos überrascht. Seit der Öffnung des Glücksspielortes für internationales Kapital rollt der Rubel nach Macau und an allen Ecken und Enden werden Prachtbauten/ Themenhotels wie in Las Vegas aus dem Boden geschossen.

Aufgrund der doch beachtlichen Entfernungen steigen wir bald ins Taxi um und fahren zum Macau Tower, einem der 10 höchsten Türme weltweit mit 338 Metern Höhe. Die Aussicht lohnt sich und Bo schockiert in fröhlicher Regelmäßigkeit chinesische Reisegruppen, indem er über das Bodenglas hin und her spaziert.

Dann allerdings ist auch er ein wenig beunruhigt, als neben dem Fenster plötzlich eine Frau auftaucht, um kurz darauf in fast freiem Fall in der Tiefe zu verschwinden. Das gibt ihm zu denken und es ist gut, dass wir der Frau kurz darauf beim Fotoschmöckern wieder begegnen.

Dann lassen wir uns in die Altstadt bringen. Sie wirkt angenehm mit ihrem Kopfsteinpflaster, Fußgängerzonen und portugiesisch/ lateinamerikanisch inspirierten Prachtbauten. Von der Festung aus erkennt man allerdings dann sehr schnell wieder, dass man sich doch in China befindet. Das liegt nicht am Perlfluss und dem Schiffsverkehr sondern an den hässlichen Hochhäusern die sich in unmittelbarer Nähe erheben.

Dann geht es zurück nach Hong Kong und um 18 Uhr sind wir wieder im Hotel.

06.11.2007


















Sam Tin beherbergt das heutige Hauptziel unserer touristischen Bemühungen. Mit dem Taxi lassen wir uns bis zum Parkplatz bringen. Dann klettern wir über Rolltreppen auf Anweisung des Taxifahrers zur Anlage. Verneint wird meine Anfrage ob wir Eintritt zahlen müssen und wir werden herzlich willkommen geheißen.

Nach 10 Minuten Treppensteigen ist dann aber klar, dass Irgendetwas nicht stimmt. Lauter Rauchstäbchen vor Häuschen mit Urnenwänden sprechen in klares Bild. Wir sind nicht wirklich am Tempel der 10.000 Buddhas angekommen, sondern mitten auf einem buddhistischen Friedhof.

Nun wird mir auch klar, warum die Frage nach Eintritt auch etwas sonderbar aufgenommen wurde. Freundlich erklärt man, dass wir uns beim Abzweigen vom Parkplatz leicht geirrt haben. Unter 10fachem Verfluchen unseres unfähigen Taxifahrers kraxeln wir den Berg wieder herunter, nur um ihn 50 Meter weiter links erneut zu besteigen. Auf diesem Pfad wird dann jedoch rasch klar, dass wir richtig sind: erste Buddha Figuren grinsen uns an. Es warten mehr als 13.500 auf uns im Tempelbereich der 10.000 Buddhas und den Zugangspfaden.

Der Weg ist steil und anstrengend und die zuweilen spöttisch grinsenden Buddhas machen es uns nicht leichter. Trotzdem ist es kurzweilig – anscheinend ist das Ziel, dass sich jeder mit Buddha identifizieren kann und so bilden die Figuren einen perfekten Variantenreichtum: vom Vollidioten über den grimmigen Krieger bis zum Gelehrten ist alles dabei.

Es ist bunt auf der Tempelanlage – wieder kein Eintritt, man finanziert sich mit Spenden – und bald haben wir das Meiste erkundet. Die einbalsamierte und vergoldete, im Schneidersitz meditierende Leiche des Tempelgründers wirkt ein wenig morbide. Ansonsten kann ich den Tempel aufgrund der ständigen Komik der Figuren nun wirklich nicht als Pilgerstätte wahrnehmen.

Wir essen in dem beiliegenden einfachen Restaurant. Kein Tourist speist hier – ein Fehler, denn das Essen ist gut und unser Mut bleibt ohne Spätfolgen. Insgesamt sind hier sehr wenige Touristen unterwegs und die meisten von Ihnen haben wir schon auf dem Friedhof vorher getroffen.

Auf dem Weg zurück fahren wir nach am Jade Markt vorbei. Es ist eine Wellblechhalle mit Hunderten von Ständen. Die Ansprache ist auf Touristen ausgerichtet – aggressiv und halsabschneiderisch. Die Anfangspreise sind vom Mond und man muss sich tatsächlich die Mühe machen, sich an ca. 15 Ständen preislich zu orientieren, bevor man in einem realistischen Preisniveau anfangen kann zu handeln.

Dann geht es zurück zum Hotel und wir machen noch flott eine Tour durch das Schwimmbad, bevor für Bo die Lichter ausgehen. Ich mache mich noch einmal auf den Weg zum Victoria Peak, um die Hong Kong Skyline bei Nacht zu genießen. Leider wird das Erlebnis durch die anderen 500 Menschen die es zeitgleich mit mir angehen etwas geschmälert. Der Chinese an sich ist weder geduldig noch sehr höflich wenn es um Schlangen, das Respektieren von Vortritten oder sonstigen Gesten bei jeglichen Arten von Transportmitteln geht. Und so muss selbst ich routinierter Reisende all meine Geduld und Drängeltricks aufwenden, um nicht zu platzen oder aber nach hinten durchgereicht zu werden. Die Aussicht entschädigt, aber danach habe ich von Menschen erst einmal genug und mache mich auf den langen Weg zurück zum Hotel.

Montag, 5. November 2007

05.11.2007









Wir stehen um 5 Uhr morgens auf, verhalten uns aber bis kurz vor 7 Uhr Bettzentriert. Dann gibt es ein ausgiebiges Frühstück, welches uns zu einem sofortigen 2-stündigen Morgenschlaf animiert. Um 11 Uhr sind wir dann endlich einsatzbereit und ziehen los. Wir nehmen die Metro, dann die Fähre, den Doppeldeckerbus, die Seilbahn und viele Rolltreppen. Schon sind wir am Peak Hill angekommen, eine herrliche Aussicht auf das Smog vernebelte Hong Kong belohnt uns. Steil ist es in Hong Kong auf der Zentralinselseite. Die Peak Tram fährt mit zwischenzeitlich 45 Grad Steigung bis auf den 400m hohen Aussichtspunkt.

Wir essen dort auch zu Mittag und machen uns dann auf den Weg zurück in die Stadt. Noch einmal besuchen wir den Ladies Market – es ist allerdings wie auch schon gestern eher ernüchternd. Zwar sollen hier edle Designermoden in Straßenläden verkauft werden, aber anziehen ist verboten und auf Sicht kaufen wollen wir nun wirklich nicht.

Weiter tändeln wir bis zu einem auf der Karte vermerkten Spielplatz, der letztlich aus 4 Schaukeln besteht. Auf dem Weg zum Hotel kriege ich noch einen Haarschnitt (der Frisör verstand zwar nicht ein einziges Wort English, aber es ist trotzdem gut gegangen) und dann toben wir noch mit Bo auf dem Bett bis dieser sprichwörtlich umfällt. Es ist 18:45 Uhr als er einschläft, also fast Mitternacht nach Auckland-Zeit. Die Zeitumstellung funktioniert wunderbar! Dabei war auch heute der Tag wieder sehr spannend für unseren Kleinen. Nach vorne gelehnt sitzt er im Kinderwagen, um auch ja nichts zu verpassen. Alle Leute sehen zwar fremd aus, allerdings kehrt er sich darum überhaupt nicht. Wieso auch, genießt der Blondschopf doch weiterhin eine ausreichende Aufmerksamkeit und sind doch alle furchtbar freundlich – teilweise fast aufdringlich zu ihm.

Annette macht sich jetzt noch einmal auf den Weg in die Stadt, ich war gestern unterwegs. Die Stadt pulsiert nachts und bietet mit all den Neonreklamen ein unwirkliches, sehenswertes Bild.

04.11.2007






Besser hätte der Flug gar nicht verlaufen können. Von den 10 ½ Stunden schläft Bo 7 Stunden (auf dem Sitz, bzw. unter dem Sitz, nachdem er sich auf die unter Ihm schlummernde Mutter stürzte und diese vom Fußboden energisch vertriebt.) Keine Stewardess nervt und so kommen wir – relativ frisch - um 5:30 Uhr Ortszeit in Hong Kong an. Um 7 Uhr sitzen wir schon in einem Buszubringer zu unserem Hotel und nach einem ausgiebigen Frühstück ist auch unser Zimmer fertig. Jetzt heißt es erst Schlaf nachtanken und dann erkunden wir die Gegend um das Hotel.

Es ist voll in Hong Kong – ein unglaubliches Gewimmel, wie ich es nur aus anderen chinesischen Städten bisher kenne (und der Euskirchener Kirmes natürlich, nur dass es hier nie aufhört).

Wir gehen auf den Vogelmarkt, den Blumenmarkt und spazieren entlang der Nathan Road und ihrer Seitenstrassen.

Dann genießen wir ein Sushi, was bald alptraumhafte Züge annimmt, als man in unserer Bestellung die Einsen mit Siebenen verwechselt und wir unter einem Berg von Sushi begraben werden. Selbst mit sofortiger Klarstellung der Sach- und Hungerlage und entsprechend rascher Reaktion der Bedienung, haben wir auch nicht andeutungsweise den Hauch einer Chance alles aufzuessen.

Bo ist alles sowieso egal! Seit der Landung ist er der Star der Veranstaltung und auch diesmal wird er natürlich vom Nachbartisch und von der Bedienung bespielt und verwöhnt. Die Bedienung geht ihm sogar extra Bonbons auf der Strasse kaufen. Um 32 Euro erleichtert nach diesem Mammutessen, rollen wir zurück in unser ordentliches Hotel und schlummern nacheinander weg.

03.11.2007






Alles ist gepackt. Wir besuchen das War Memorial Museum. Was vom Titel her recht martialisch anmutet ist viel mehr als nur ein Kriegsgedenk-Museum. Es beinhaltet auf zwei Etagen alle möglichen Ausstellungen zur Kultur und Geschichte Neuseelands. Vor allem die Maori und ihre Wurzeln sind dargestellt.

Nach dem Mittagsessen in der Cafeteria fahren wir für ein kleines Nickerchen auf einen Aussichtspunkt nahe des Flughafens, dösen und beobachten startende und landende Flugzeuge – stimmen uns moralisch also schon auf den kommenden 10 Stunden Flug nach Hong Kong ein.

Um 16 Uhr müssen wir den Wagen abgeben und so stellen wir United Campervans mit viel Lob auch unseren gewienerten, verlässlichen Camper zur rechten Zeit auf den Hof. Wir lassen uns dann sofort zum Flughafen bringen – wir sind sowieso außerhalb der Stadt – und stellen erfreut fest, dass wir sofort einchecken können, obwohl der Flug erst um 23.55 Uhr losgeht. Des Gepäcks entledigt, verbringen wir eine geruhsame Zeit auf dem Flughafen. Bo tobt sich auf allen Spielgeräten und einem Playground aus, wir beobachten Flugzeuge und deren Abfertigungsprozess und warten. Bo bleibt bis 22:30 Uhr wach, dann kippt er komatös zur Seite.

02.11.2007






In den letzten 1 ½ Tagen wollen wir noch so viel wie möglich von Auckland sehen. Wir setzen uns deshalb nach dem Frühstück in den Linienbus zum Stadtzentrum. Erst einmal geht es 220 Meter vertikal nach oben. Wir besichtigen den Sky Tower, Aucklands Wahrzeichen. Er ist mit 328 m das höchste Gebäude in der südlichen Hemisphäre.

Alleine der Aufzug mit seinem Glasboden hätte die Oma schon psychisch zerstört – Bo lag dagegen mit dem Gesicht platt nach unten, um auch jedes Detail in sich aufsaugen zu können.

Nach dem beeindruckenden Rundblick besuchen wir zwei recht enttäuschende Shopping Malls in Downtown, bevor wir uns dann noch in einen Bus für eine einstündige Stadtrundfahrt setzen. Nur das Wesentliche kriegt man dabei mitgeteilt und erfreut stellen wir fest, dass uns das völlig ausreicht. Es ist halt doch nicht so, dass man Jahrtausende überdauernde Geschichte in sich aufsaugen muss, alles ist recht übersichtlich. Dann ist es auch Zeit für die Rückkehr auf den Campingplatz, schließlich weigerten sich die Seesäcke im Morgen vehement sich selber zu packen und auch der Wagen ist mit seiner Fähigkeit zur Eigenreinigung als mangelhaft zu bezeichnen.