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Montag, 18. Juli 2011

17.7 Der Wissenschaft auf der Spur








17.7 Auf selbigem driftet Bo auch den ganzen Morgen lässig durch den See. Seit wir angekommen sind, gab es noch keinen Regen. Die Sonne macht ein Leben fern des Wassers heute unerträglich. Nach dem Mittagessen geht es ins North Science Museum, ein wunderbares Erlebnis. Das Museum ist auf Kinder spezialisiert, so werden Rennautos gebaut, in Chemievorführungen verschiedene Gase abgefackelt, Raketen die von der Hand starten konstruiert, Stachelschweine gestreichelt, Stinktiere und Biber beobachtet, Elchgeweihe aufgesetzt, Staudämme gebaut und Dinosaurierskelette begutachtet. Dann gibt es um 19:00 Uhr noch eine 3D-IMAX Vorstellung zu Orang-Utans und Elefanten. Bo und Fibi sind begeistert. Fibi gefällt der Film sogar ohne Brille und beide machen zusammen eine Maxi-Portion Popcorn leer. So geht es abgefüllt Richtung Campground. Auf dem Weg kehren wir noch kurz bei Rocky Horror Gas Station ein. Bei 1,36 CAN$ pro Liter schmerzen die 24 Liter auf 100 km schon. Das Öko-Siegel kriegt der Wagen von uns nicht!

16.7 Die Shopping-Queen floppt!



Am Morgen fahren wir nach Sudbury über eine abwechslungsreiche Seenlandschaft. Hier werden wir zwei Nächte in Carol’s Camppark verbringen. Sudbury ist ein schönes Städtchen. Von hier aus werden 80%-85% Anteil der weltweiten Produktion von Nickel  zugeliefert. Den Reichtum sieht man. Am Nachmittag ist Shopping angesagt. Bo kriegt einen Kleiderschrank voll mit Zeug, Bert kauft sich drei T-Shirts die zu klein sind und die Shopping Queen geht leer aus. Bei Wettanbietern hätte man vermutlich keine Quote für dieses Ergebnis bekommen. Der Campingplatz hat einen Strand, so kann Bo sein Waveboard direkt ausprobieren.

15.7 - Die Indianer




15.7 Die Werbung hat nicht zu viel versprochen, man muss Sie nur richtig lesen. Im virtuellen Raum ist Providence Bay frei von Mosquitos ….das ist aber auch der einzige Raum in dem das so ist. In den vier traditionellen Dimensionen in den wir uns in diesem Urlaub bewegen, schwirrt und summt und sirrt und sticht es ganz gewaltig in Providence Bay.  Nach heftigen unmittelbaren Angriffen dieser blutrünstigen Kamikazeflieger verbringen wir den Abend, die Nacht und das Frühstück im Wohnmobil. Und virtuell sieht auch der Strand gut aus. Also brechen wir früh auf, erkunden Manitoulin Island und heften uns auf die Fährte der Indianer.
Manitoulin Island charakterisiert sich nach Auskunft einer Zeitung durch die folgenden Eigenarten:  20.000 Stück Rotwild stehen 12.600 Stück Einwohner auf der größten in einem See liegenden Insel weltweit mit 1600 km Küstenlinie gegenüber. Es gibt eine Ampel aber 108 Seen auf der Insel im See. Am Nachnamen der Einwohner lässt sich der Wohnort meist einwandfrei zuordnen. Die Schneefräsen der Einheimischen -  haben eine höhere Kilometerleistung im Jahr als ihre Autos (Kommentar des Autors: bei den Straßen ist es aber auch hinsichtlich der Fahrqualität egal mit welchem von beiden man fährt, weitgehend unabhängig von der Jahreszeit).
Unser Ziel an diesem Morgen ist Wikweminikong – ein Indianerreservat, was sich als einziges auch nie im Besitz der Kolonialmächte befunden hat. Bo ist aufgeregt und weiß nicht, wie er mit Indianern umgehen soll. Er schwankt zwischen Kriegserklärung und lieber nicht dort hinfahren. Das Visitor Center vor Ort stellt sich als ein Juwel dieser Zunft heraus (4 von 5 Entdeckersternen). Ein Haus von 3*3 Metern Grundfläche wird von 3 jungen Frauen besetzt. Interessiert fragen wir nach lokalen Sehenswürdigkeiten. Was sollten wir uns den hier anschauen? Do you have any recommendations? „Well, in Wiki….no, not really…! Eine andere Dame eilt zu Hilfe: Ja, es gibt ein paar alte kulturelle Orte an denen in der Vergangenheit mal was passiert ist. Woanders auf der Insel? Hmh!
Mit so vielen Informationen überlastet werfen wir noch einen Blick in den Reiseführer: Noch haben wir unser interkulturelles Erlebnis nicht aufgegeben. So steuern wir  nun M’chigeeng an. Diese Dame im Visitorcenter ist hilfreich: Sie verweist uns auf einen Arts&Craft Shop mit angeschlossenem Museum auf der anderen Straßenseite und auf ein Restaurant mit dem traditionell indianischen Namen: Maggie’s Cafe. Auf der Speisekarte gibt es tatsächlich ein traditionelles Gericht, eine Maissuppe. Gesättigt mit Fish & Chips, Hamburger und Milk Shake und der obligatorischen Maissuppe, beschließen wir unser Indianer Abenteuer am Strand in Sheguiandah im Batman Camper Park mit Sprungbrett im See.  
Fazit: Als Fährtensucher wären wir brotlos! Hier noch die Kommentare der Reisekritiker! Fibi lässt uns übrigens jede zweite Stunde wissen, dass wir uns doch bitte jetzt langsam mal auf den Weg nach Hause machen sollen. Sie vermisst schließlich ihre Großeltern.
BO: „Im Park ist es cool. Wir haben schon mal ein Feuer gemacht. Gut ist, dass ich schon draußen mit Papa, Mama und Fibi im Schwimmbad war. Doof ist, dass da Mücken sind. Schreib bitte, dass die Nase von dem Schiff aufgeht! Wir waren am Meer und das war gut und schön warm. Mit Mama bin ich hinten neben dem Meer gegangen und da haben wir Frösche gesehen und wir haben auch gesehen, dass die richtig gut Froschbeine gemacht haben, um schnell zu schwimmen. Im Wohnmobil gibt es drei Betten und sechs Leute können hier schlafen.“
Fibi:  „ich will noch „Mama“ schreiben. In Kanada. Im Urlaub.“

Chi Cheemaun 14.7







14.7 Der Bruce National Park ist in weiten Teilen eine Wanderangelegenheit. Das kommt bei den jüngeren Teilnehmern der Reisegruppe nicht wirklich gut an. Visitor Center mit Film und Ausstellung und Aussichtsturm kommen noch gut an, dann hängt der Familiensegen bald schief und dann auch bald wieder gerade. Gegen Mittag buchen wir uns ein Ticket für die Chi-Cheemaun, die uns ab 15: 40 Uhr zum Manitoulin Island übersetzt. Zuerst gehe ich allerdings mit Bo einkaufen. Die 300 Meter Rückweg sind deutlich zu viel – verdammte Getränke – an der Kondition kann es schließlich kaum liegen. J Dann wetzt der Alte noch einmal los zum Italiener: Luftlinie sind es 80 Meter….leider liegt es auf der anderen Seite von der Bucht….Pizza gibt es auch nicht….nach einem weiteren  Kilometer Fußmarsch ist der Tag Konditionell  gegessen, die Nudeln dafür mit viel Fantasie noch lauwarm. Die zwei-stündige Überfahrt bei schönstem Wetter auf wellenfreiem See ist kurzweilig und auf Manitoulin fahren wir zur Providence Bay in den Süden, ein toller Strand –virtually free of mosquitos and sand flies- lockt.

Swinging Sands






13.7 Wir sind guter Hoffnung den Jetlag bald geschafft zu haben. 6:30 ist Duschen nur mit elektrischem Mücken Schläger zu ertragen. Annette duscht nicht und schiebt als Vorwand den kleinen Axthieb im Ohr an! Schlechte Nehmerqualitäten! Dann fahren wir an den Strand swinging sands, das Wasser ist über 150 Meter in Meer hinein nur 30 cm tief. Ideal für unsere beiden hochmobilen Kinder, ein Alptraum für mich (ich, der sich noch am zweiten Tag nach dem Erlebnis im Zustand körperlicher Qualen befindet). So ahne ich aber noch nichts von meinem brutalen Schicksal und jage Gazellen gleich mit Annette und den Kindern hinter weit geschlagenen Abstößen her.  Bo gewinnt! Dann fahren wir noch bis Tobermory bis an die Nordspitze der Bruce Peninsula und finden dort Quartier im spektakulären Tobermory Village Campground. Die von einer streng religiös, traditionellen Familie geführten Anlage ist in einem super Zustand. Harte Arbeit ist bei Ihnen ein Wert an sich, so sind die Einrichtungen sauber, der Spielplatz mit Traktor, Haus, Schiff und Eisenbahn aus Holz selbst gebaut, Swimmingpool, Spritzplatz und Streichelzoo vorhanden und das Feuerholz wird angeliefert.   So klingt der Tag am Lagerfeuer mit Marshmallows aus.

Collingwood









12.7 Um 6:00 Uhr beginnt der Tag und nach dem Frühstück (eigentlich würde ich gerne geruhsames Frühstück schreiben, allerdings ist bisher noch nichts geruhsam hier. Die Kinder schwanken in Sekunden von Euphorie zu Betrübnis. ) hilft nur Eines: Bewegung! In Collingwood treiben wir Sie den Berg zu Scenic Caves hoch! Soviel zur Theorie! Tatsächlich weiß Fibi mit einer Blockadestrategie perfekt zu kontern, so dass der olle Esel Madam in einer Rückentrage den anstrengenden Teil schleppt. Die Küstenfelsenlandschaft mit Höhlen und Durchbrüchen von 10 Meter Länge aber nur 36 cm Breite sind toll für Bo. Eine Traktorfahrt, Zugfahrt, die längste Hängebrücke von Ontario und ein Spielplatz runden das Programm ab. Jetzt sind sie platt, so denken die klugen Eltern, werden aber getäuscht: Bo schläft nicht ein auf dem Weg nach Sauble Falls in den Provincial Park und auch Fibi ist bald wieder präsent. Trotzdem mühen wir uns bis nach 8 pm.