Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Samstag, 30. Juli 2011

29.7 Quebec










Am Aquarium von Quebec City parken wir. Mit dem Wohnmobil dürfen wir nicht in die Stadt herein. Dann geht es mit einem Bus rasch Richtung Unterstadt. Wir decken uns am Marche am Vieux Port mit Obst ein, vernichten dieses umgehend und flanieren dann durch die engen schönen Gassen. Alles mutet französisch an. Wir könnten auch in Paris unterwegs sein und auf dem großen Platz schaut uns sogar Louis XIV entgegen. Schließlich geht es mit dem Aufzug in die noch schönere Oberstadt. Neben Gebäuden und der Festungsanlage sind vor allem die Vorführungen von zwei Kleinkunstartisten herzerfreuend. Beide dauern 20 -30 Minuten und beide müssen wir auf Druck unserer Kinder zwei Mal schauen. In der Zitadelle ruft Fibi aus der Telefonzelle erst einmal ausdauernd in Deutschland die Großeltern an. Seit 10:30 Uhr waren wir in der Stadt und erst um 18:30 Uhr erreichen wir wieder unser Wohnmobil. Dann fahren wir zu den Wasserfällen von Montmorency. Auf den unteren Parkplätzen dürfen wir die Nacht über stehenbleiben.

28.7 On the road again



Über 350 Kilometer geht es auf der TransCanada weiter, in Montreal ein wenig langsamer und sonst recht flott bis kurz vor die Tore von Quebec City. Zwischendrin ist nur der Monstertruck erwähnenswert, der gegen die Dinosaurier antritt. Im Koa Campground schwimmen wir und lassen den Tag langsam ausklingen.

27.7 Upper Canada Village













27.7 Zum Upper Canada Village sind es nur 4 km. Es ist ein Living Museum und besteht aus einem Dorf aus der Zeit von 1800 – 1860. In verschiedenen Gebäuden treffen wir die 75 Bewohner, die uns zu ihrem Leben berichten und dabei ihre Rolle als Persönlichkeiten der Vergangenheit perfekt einnehmen. So lernen wir viel. Die Sägemühle wurde wie so viele Gebäude zur damaligen Zeit in einem Tag von 200 Leuten in Gemeinschaftsarbeit aufgebaut. Sie kostete 1200 $ (heute mal 200) und war nach zwei Jahren profitabel. Die Orte entstanden rund um die Sägemühlen herum im Abstand von ca. 20 km. In den drei Monaten in denen die Flusspegel  den Betrieb der Mühle ermöglichten lief sie 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.  Der Schuhmacher brauchte für ein paar Schuhe ca. 20 Stunden Arbeitszeit. Deshalb kosteten Schuhe auch ca. 1,5-1,8$, Reitstiefel 5$. Der Tageslohn eines Farmers (12-14 Stunden harte Arbeit) war ungefähr 1 $. In der Schule wurden wir nach Jungen und Mädchen getrennt gesetzt. Meist wurden junge Männer als Lehrer bevorzugt – wegen ihres größeren Denkvermögens. Sie bekamen ein Jahresgehalt von 300 $. Junge – natürlich unverheiratete - Damen bekamen 150 $. Das waren meistens noch Mädchen, gerade fertig mit der Schule, die einen Test absolviert hatten, der es ihnen erlaubte, selbst als Lehrerin zu unterrichten. Es gab 2 Wochen im August Ferien, allerdings war der Unterricht nicht verpflichtend, die Feldarbeit war wichtiger. Im General Store gab es alles, bis auf Gemüse und Fresh-Food. Auch Medizin gab es dort –blaue Flaschen waren mit Vorsicht zu genießen. Dort waren die giftigen Dinge drinnen enthalten. Die Bäcker arbeiteten in der Nacht, damit das Brot bis morgens um 6 Uhr fertig war. Dann gingen Sie auf das Feld, um zu arbeiten, denn Sie waren selbst auch Bauern. Das Bild der damaligen Lebenshärte, lässt einen verwundert auf den Komfort und die Weichheit unseres heutigen Lebens blicken. Viel zu spät, weil viel zu interessant, verlassen wir das Museum, machen noch eine kurze Tour auf der Miniatureisenbahn und heben uns den Dinosaurierpark für die Rückfahrt auf. Dann fahren wir noch ein paar Kilometer weiter bis zum Glendale Park in Richtung Montreal  bis an die Provinzgrenze von Ontario.

26.7 John's Quad





Am Morgen frühstücken wir gemütlich mit Utti und Daggi und brechen dann zu John’s Haus auf. John ist der erstgeborene Sohne von Utti. Es sind ca. 10 Minuten Fahrt. Bis auf den anderen Besuch aus Deutschland: Angela mit ihrem Sohn Daniel aus Hamburg sind zunächst alle ausgeflogen. In das große Schwimmbad trauen sich nur die Allermutigsten. Kurz vor Mittag kommen John und seine Söhne auch. Sehr sympathische Menschen. John macht Bo eine Riesenfreude: Der Kanada-Urlaub hat sein größtes Highlight. Bo darf mit John zusammen auf dem Quad fahren und nach zwei  Runden auf der großen Wiese wird es noch besser! Bo geht auf den Fahrersitz und für John heißt es „Hands up“. Ein mutiger Mann und Bo ist glücklich. Nach der zwanzigfachen Ablehnung doch noch ein paar Tage gerne zu bleiben, machen wir uns Mittags auf den Weg. (Seit diesem Tag drangsaliert uns Bo mehrfach am Tag, um endlich das Zugeständnis von uns zu bekommen, auf dem Rückweg auf jeden Fall dort vorbeizufahren und im Winter zum Ausprobieren der Schneemobile auch wiederzukommen.) Im Family Restaurant schlagen wir uns die Bäuche voll und dann geht es noch 80 km weiter in Richtung Morrisburg, wo wir im Upper Canada Campground Park die Nacht verbringen. Legendär ist das Duell “Bert vs. Dark Force played by Mosquitos” im Neonlicht der Parkrezeption mit Internet Zugang, in denen mühevoll 30 MB an Studien rausgeschickt werden und das mit 30:0 gewonnen wird.  

25.7 Utti



25.7 Waschen, Duschen, Spielplatz, Blog posten, Mittagessen – alles passiert noch auf dem Campingplatz. Erst um 14:10 Uhr heißt es „Leinen los“. Dann geht es über 200 km an Ottawa vorbei nach Kemptville. Wir besuchen Utti, eine weit entfernte Großtante von Annette. Es ist eine reizende 83-jährige Dame, ursprünglich aus dem Baltikum, die mit 30 Jahren mit Mann und Kind nach Kanada migriert ist. Ihr zweites Kind – Daggi – ist auch dort und wir verbringen einen wunderbaren Abend. Wir übernachten auf dem Parkplatz vor dem Haus.

Montag, 25. Juli 2011

25.7 Intermezzo

Jetzt sind wir wieder auf dem aktuellen Stand. Es ist leider nicht so leicht hier, regelmäßig einen Internetzugang zu finden. Deshalb kommen die Aktualisierungen leider recht unregelmäßig. Die Fotos folgen bald. Heute fahren wir zur Utti weiter, einer entfernten Verwandten in Kemptville. Auch haben wir uns eine lokale Telefonkarte gekauft. Ihr könnt uns unter 001 705 561 4399 erreichen.

24.7 Arrowhead und Algonquin









Ein kleiner Pfad zu hübschen Stromschnellen und ein Weg zum Big Bend Lookout sind die ersten Programmpunkte des Tages im Arrowhead Provincial Park. Dann geht es auf der 60 von Huntsville in Richtung Ottawa durch den Algonquin Park. Es ist ein riesiger Wald- und Seenpark mit wunderbarer Tierwelt. Letztere erschließt sich uns eher weniger, aber wir starten nach Stärkung am Canoe Lake zu einer 4-stündigen Kanutour. Nach zwanzig Minuten  landen wir an der ersten unbewohnten Insel an. Die Kinder beschließen die Insel sofort in Besitz zu nehmen und benutzen dafür Markierungsmethoden, die sich an der Tierwelt anlehnen. So kann unser Anlandepunkt getrost in die Annalen des Parkes als „Stinkerbucht“ eingehen. Dann geht es leichter weiter in eine schöne Seenecke, in der häufig (von uns allerdings nicht) Tierbeobachtungen gemacht werden können. Vielleicht fühlen sich diese Parkbewohner aber auch durch über Seenplatten weit schallende Kinderstimmen im Wechsel mit klongernden Paddeln irritiert, so dass sie sich lieber nicht zeigen. Selbst mächtige Elche zeigen uns nur ihre Hufabdrücke im Uferschlamm. Dann wird gebadet, bevor der Rückweg unter Kapitän Bo auf dem Rücksitz angetreten wird. Der allzu wechselhafte Kurs sowie ein spärlich, sporadischer Einsatz des Paddels führen allerdings schon nach 20 Minuten zur Meuterei. Der Rücksitz wird für die schuftende Bevölkerung freigemacht.  20 Minuten nach Weiterfahrt im Auto  schlafen beide Kinder um 18:30 Uhr tief und fest.  Wir übernachten nicht mehr im Park, sondern fahren auf der 60 noch 80 Kilometer weiter Richtung Osten. Dort finden wir einen Campingplatz mit Stellplatz direkt am Seeufer. Den haben wir uns selber ausgesucht. Der Inhaber hatte schon Feierabend gemacht. Man solle sich bitte selbst einrichten, am Morgen um 9 Uhr wäre er wieder für Besucher da.

23.7 Santa’s Village
















Santa’s Village in Bracebridge ist ein Vergnügungspark. Der Name ist Programm! Jetzt wissen wir wohin sich der alte Mann im Hochsommer verdrückt. Wir können es bezeugen, wir haben sogar mit ihm gesprochen. Wir haben auch sein Haus besucht… Bo findet es aber seltsam, dass er das Bett nicht gefunden hat. Sowieso hatte er erst einmal Startschwierigkeiten, erst recht nachdem die erste Rentier-Achterbahn voll nach hinten losgegangen war. So beäugte er Santa nur von weitem, sammelte dann aber im Laufe des Vormittags fleißig Fragen, mit denen er dann den alten Mann nach dessen Mittagspause mit Übersetzerin konfrontierte. Was er denn hier mache, wo denn der Schlitten  und wo die großen Rentiere wären, die fliegen könnten? Denn die paar draußen, die wir schon gefüttert hatten, waren eindeutig zu klein und zu erdverbunden für Bo (Anmerkung des Autors: und durch den Überhang an Futter, verabreicht durch viele Kleinkinderhände, bei Weitem zu dick. Das war mehr Typ Roll-Rentier oder halt das typische kanadische Rentier). Der Knall ist der Eco-Santa-Weihnachtgeschenk-Automat, der aus Recyclingmaterialien Geschenke herstellt. Bo hilft vier oder fünfmal am Tag bei der Maschinenführung aus. So häufig fahren wir auch mit dem Zug, beide Kinder fliegen ca. 15 Mal um den Platz und Bo lässt sich zehnmal vom Turm im Hopser fallen. Dann klettern wir, ernähren uns ziemlich schlecht, fotografieren Eichhörnchen, füttern Ziegen und treffen Santa (inzwischen deutlich dicker und poppiger gekleidet) als Schiffskapitän wieder, wo er mit Piratengeheule und Kinderpopsongs schnittige Runden im Rentierboot  auf den Mussoka Lakes dreht. Um 10 Uhr hatte der Park gemeinsam mit uns geöffnet und um 18: Uhr schließt er auch mit uns. Die älteren Teilnehmer sind zu diesem Zeitpunkt von Weihnachtsliedern wundgedudelt und können dem im Auto sofort beginnenden Psychoterror, mit dem Ziel am morgigen Tag direkt wieder in den Park zu gehen, deshalb gut wiederstehen. Am Abend geht es zurück nach Arrowhead, wo wir am frühen Morgen noch den letzten von 450 Zeltplätzen für die Nacht ergattern konnten.