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Donnerstag, 4. August 2011

4.8 Das U-Boot









Morgens geht es an den Strand! Und da liegen sie: Dutzenden von Seelöwen. Über Algen, Sand, Steine und Felsbrocken stolpern, springen, klettern und gehen wir den Strand entlang. Bo probiert den einen oder anderen Trick des Seiltänzers aus dem Zirkus aus – meine Nerven. Dann packen wir ein und wenden uns wieder Richtung Osten.  
Rimouski wird durch Bo präsentiert: „Wir haben ein U-Boot gesehen. Das fand ich toll. Da durften wir reingehen und da haben ganz viele Menschen drin gearbeitet - ganz viele (60). Da war auch ein Küche, da konnte man jederzeit essen holen. Und außerdem konnte man sehen, wo die vorne saßen und daneben waren Rohe, die konnte man aufmachen und dann Kanonen reinstecken und dann konnten die schießen unter Wasser. Die haben aber nie geschossen …das war aber ein ganz schön wildes U-Boot, oder? „ 
Danach geht es gemütlich weiter bis Cap-Chat! Auf dem Weg bricht der Telefonanruf zum Reservieren eines Campgrounds im Forillon Nationalparks zusammen, und danach gibt es leider kein Netz von Rogers mehr! Pech gehabt! Trotzdem schaffen wir es, die Reservierung für das Wochenende abends noch über die gute alte Telefonzelle hinzubekommen. Übernachten werden wir heute im Camping au bord der la mer.

3.8 Parc du Bic




Schwupp, über die Brücke neben den Fällen und dann geht es am südlichen Ufer gen Osten an dem Lorenzstrom entlang. So hatten wir uns das gedacht. Dumm nur, wenn die Brücke bis auf eine Insel in der Mitte des Stromes führt und nicht weiter. Deshalb sah der Fluss hier auch nur doppelt so breit aus wie der Rhein. Wir haben nur die Hälfte gesehen!
Aber schon 30 Minuten später hatten Cleverlo und Cleverla, den Fehler ausgeglichen und waren dort, wo Sie sein wollten. Dann begann der Ritt nach Osten, der recht eintönig und ereignislos verlief. Nach wenigen Stunden führte der wiederholte Genuss von Mondbär Hörspielen bei angegrauten Zuhörern zu spontanem Ohrbluten. Am Mittag hinterließ McD seine Spuren, dann kehrten wir am späteren Nachmittag in den Parc du Bic kurz vor Rimouski ein. Der Park liegt direkt am Lorenzstrom und ist hauptsächlich wegen seiner Tierwelt und insbesondere wegen der Seelöwenbeobachtungsmöglichkeiten bekannt. Wir machen uns noch zu einem kurzen Spaziergang an der Küste auf. Bo verweigert den Spaziergang, bleibt alleine im Camper. Als ich nach 40 Minuten zurückkomme ist er gut drauf, gibt aber zu, dass er „mittel bis mittellang geweint“ hat als ich gegangen bin, dass er aber dann eine Lösung für sich gefunden hat. Dann kriegt Annette endlich noch eine Softshelljacke im Andenkenladen und wir nisten uns an unserem Parkplatz ein (Einen Campingplatz gab es nicht mehr – das lässt uns Böses für den Rest der Gaspe ahnen).

2.8 Zirkus




Früher war alles besser! Müßiggang ist eingezogen in das Familienerholungsprogramm. Standen alle Teilnehmer in den ersten beiden Wochen noch regelmäßig um 6:30 auf – naja gut, ertappt! Annette ist wohl noch nie so früh aufgestanden! Wach gewesen ist Sie wohl schon einmal so früh, aber mehr in der rebellisch-mürrischen, das-Aufstehen-verweigernden Art. Wie dem auch sei, inzwischen kommen die ersten Kindsgrunzer eigentlich nie vor 7:40 Uhr.  So auch an diesem Morgen! Dieser Rhythmus kommt uns heute aber gelegen. Erst geht es ganz gemütlich weiter: so wird ein Komplettabfüll und –aufrischungsprogramm eingelegt, die Kinder werden noch schnell müde gespielt und der Flüssigkeitsaustausch am Camper wird durchgeführt und dann fahren wir zurück nach Quebec. Mittags kehren wir in einer Bäckerei ein, die sich Annette im Voraus ausgesucht hatte. Und es lohnt sich: eine zweitägige Abstinenz des Wabbelbrotes und ein wunderbarer Brownie sind die wertvollen Errungenschaften. Dann treibt uns Bo durch den Supermarkt und über die Tankstelle, weil er endlich zum Zirkus aufbrechen will. Wir stellen den Camper wieder außerhalb auf einem Park’n ride ab und fahren mit dem Bus bis zum Zirkus. Wir werden Teil einer langen Schlange. Wo ist bloß das Zelt? Dann kommen wir auf den Platz! Unter zwei Autobahnbrücken ist feiner Schotter aufgeschüttet, der eine kleine Schräge bildet. Unten steht ein Bühne unter freiem Himmel, kaum geschützt durch die Brücken. Container  und Wellblech prägen das morbide Bühnenbild und genauso skurril sind die Kostüme der Darsteller des „Cirque du Soleil“. Die Vorstellung dauert eine Stunde und ist wie jeden Abend in diesem Sommer gratis – Jubiläumsgründe. Les chemines invisibles, das dritte Kapitel wird gezeigt.  Um 9 Uhr geht es los und die Show ist super – sehr beeindruckend, von Lautstärke und Gestalten für die Kinder zum Teil grenzwertig. Das Bühnenbild ist so überragend, dass man es nie in seiner ganzen Fülle erfassen kann. Selbst bei dem 10ten Besuch würde man wohl noch neue Dinge entdecken.
Fibi: „Da oben ist der, dann ist er fast runtergefallen und dann hat der gelacht und dann ist der weitergegangen. Die Frau hat getanzt, rumgedreht, Ringe hat die auf den Bauch gehängt!“
Bo: „ Der Mann war die ganze Zeit in der Kiste drin, bis er dran war. Und dann ist er gegangen.  (Seiltänzer). Ich fand den König doof! Weil der immer so komisch gesprochen hat und so viel aufgetreten ist. Ich fand das cool mit den Klappen und mit der Uhr, die zerbrochen ist. Und ich fand das mit dem Feuerspucker gut.“
Annette: „Ich fand die Trampolinspringer super, wie die durch die Fenster gesprungen sind, ganz schnell und immer wieder!“
Erst spät sind wir wieder bei unserem Wohnmobil und wir übernachten wieder auf den Parkplätzen bei den Wasserfällen von Montmorency.

Montag, 1. August 2011

1.8 Farm und Museum



Das Centre d‘ìnformation des baleines / Museum ist nur zwei Räume groß und einer davon ist noch ein kleiner Vorführsaal. Die Erklärungen sind alle in Französisch. So brauchen wir nicht sehr lange bis wir an unsere Grenzen stossen. Dann laufen wir bis zum Aussichtspunkt, aber in der Stunde, die wir dort auf den Felsen sitzen  sehen wir leider keine Wale. Es ist schon 2:30 Uhr als wir von dort aufbrechen. Am Nachmittag besuchen wir noch die Ferm 5 Etoiles im 10 km entfernten Sacre Coeur. Es ist eine Farm/Herberge mit den üblichen Tieren, aber auch mit zwei Pumas, mehreren Wölfen, Rotwild, Bisons und Elchen. Die Kinder tummeln sich auf dem Spielplatz. Mo, der Elch lässt sich nicht blicken – nur einen kleinen sehen wir. Dann fahren wir noch ein letztes Mal nach Tadoussac zum Übernachten. Morgen geht es zurück nach Quebec und in den Circus.

Sonntag, 31. Juli 2011

31.7 Wale
















„Kommt, los geht es, wir wollen Wale beobachten! Der Satz scheucht selbst die brummigsten Kinder aus dem Bett.  Dann geht es nach Les Bergeronnes und tatsächlich, der Betreiber erlaubt es, dass beide Kinder mit auf ein Schlauchboot kommen. Schnell  in Helly Hansen Wasseranzüge geschlüpft, Mütze an und Handschuhe – denn es wird kalt. Der Lorenzstrom hat 4 Grad Wassertemperatur.  Zwei Stunden dauert die Fahrt, Fibi schläft erst einmal eine Runde – ist dann aber hellwach als es zur Sache geht. Wir sehen ca. 20 Finnwale, teilweise riesige Exemplare (sie werden bis zu 27 Meter lang). Allerdings kommt keiner näher als 30 Meter an unser Boot heran und keiner schenkt uns eine Schwanzflossenansicht. Trotzdem ist der Anblick grandios. Uns allen macht es viel Spaß. Dann gibt es wunderbare Fischspeisen im Restaurant an der Ecke und am Nachmittag fahren wir noch die paar Meter weiter zum Cap de Bon Desir, wo wir auch wieder Wale von Land aus beobachten. In zum Teil nur 40 Metern Entfernung ziehen Sie vorbei. Morgen kommt noch ein kleiner Nachschlag!

30.7 Chute de Montmorency











In Kanada wird Götzenkult betrieben. Der religiöse, weltliche und sonstige Führer für Fibi heißt Bo. Sie wandelt exakt in seinen Fußstapfen (selbst wenn er schon eine Kurve gemacht hat oder zurück kommt, geht Fibi genau bis zu Bo’s Wendepunkt), muss dasselbe trinken, ahmt die Bewegungen nach und kopiert alle Aktionen. Wenn Bo etwas sagt, sagt Fibi mir den Satz mit zwei Sekunden Verzögerung noch einmal. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich auch bei Bo. In diesem Fall bin ich der Trendsetter. Gehen wir raus, prüft Bo erst einmal meine Ausgehkleidung. Trage ich lange Hose, zieht er sich von kurzer Hose um. Die Art von Schuhen die ich trage, trägt er auch. „ Bo zieh eine Kappe an!“ wird mit der Frage gekontert „Trägt Papa auch eine Kappe?“  Bo sitzt bei mir am Tisch, also sitzt Kopiermaus Nr.2 auch bei mir. Meine Kleidung richtet sich inzwischen danach, welche Kleidung ich bei Bo gerne sehen würde… oder besser welche Kleidung seine Mutter bei Bo gerne sehen würde. Zeigt sich Annette nämlich unnachgiebig und bin ich gedankenlos, nicht deckungsgleich angezogen, stürzen wir Bo in einen verzweifelten Abwehrkampf. Er wehrt sich mit Händen und Füßen, wenn er etwas anderes machen soll als ich. „Und jetzt die Sonnencreme!“ Cremt sich Papa auch ein?“ Zum Glück ist Annette hartgesotten und emotional ausgeglichen.
Heute haben die Kinder keine Geduld zum Frühstück. Schließlich wartet die Gondel, die uns zum oberen Rand der Wasserfälle bringt. Vehement kämpfen Sie gegen den Plan an, selber wieder den Berg herunterzusteigen und nicht die tolle Gondel zu benutzen. Aber vergebens! So beäugen wir die schönen Wasserfälle aus allen Winkeln. Am Abend soll ein Feuerwerk dort stattfinden und alles ist schon in Vorbereitung. Wir fahren trotzdem um 11:30 Uhr nach dem anstrengenden Fußweg weiter in Richtung Osten. Tadoussac – die Hauptstadt der Wale - ist das Ziel der Reise, was wir nach Subways, Supermarkt und Autofähre am späteren Nachmittag erreichen. Auf dem Weg kann nur eine scharfe Verringerung der Geschwindigkeit ein Monsterstacheltier vor seiner grausamen Erlegung bewahren. Wir sind aber auch erleichtert: der Gestank eines solchen Tieres ist infernalisch und hätte uns wohl bis zum Urlaubsende begleitet. Trotz dem wohl Verkehrsträchtigsten, Feiertagbedingten langen Wochenende im kanadischen Sommer finden wir noch einen Campingplatz, leider liegt unser Platz neben dem Eingang.