


Früher war alles besser! Müßiggang ist eingezogen in das Familienerholungsprogramm. Standen alle Teilnehmer in den ersten beiden Wochen noch regelmäßig um 6:30 auf – naja gut, ertappt! Annette ist wohl noch nie so früh aufgestanden! Wach gewesen ist Sie wohl schon einmal so früh, aber mehr in der rebellisch-mürrischen, das-Aufstehen-verweigernden Art. Wie dem auch sei, inzwischen kommen die ersten Kindsgrunzer eigentlich nie vor 7:40 Uhr. So auch an diesem Morgen! Dieser Rhythmus kommt uns heute aber gelegen. Erst geht es ganz gemütlich weiter: so wird ein Komplettabfüll und –aufrischungsprogramm eingelegt, die Kinder werden noch schnell müde gespielt und der Flüssigkeitsaustausch am Camper wird durchgeführt und dann fahren wir zurück nach Quebec. Mittags kehren wir in einer Bäckerei ein, die sich Annette im Voraus ausgesucht hatte. Und es lohnt sich: eine zweitägige Abstinenz des Wabbelbrotes und ein wunderbarer Brownie sind die wertvollen Errungenschaften. Dann treibt uns Bo durch den Supermarkt und über die Tankstelle, weil er endlich zum Zirkus aufbrechen will. Wir stellen den Camper wieder außerhalb auf einem Park’n ride ab und fahren mit dem Bus bis zum Zirkus. Wir werden Teil einer langen Schlange. Wo ist bloß das Zelt? Dann kommen wir auf den Platz! Unter zwei Autobahnbrücken ist feiner Schotter aufgeschüttet, der eine kleine Schräge bildet. Unten steht ein Bühne unter freiem Himmel, kaum geschützt durch die Brücken. Container und Wellblech prägen das morbide Bühnenbild und genauso skurril sind die Kostüme der Darsteller des „Cirque du Soleil“. Die Vorstellung dauert eine Stunde und ist wie jeden Abend in diesem Sommer gratis – Jubiläumsgründe. Les chemines invisibles, das dritte Kapitel wird gezeigt. Um 9 Uhr geht es los und die Show ist super – sehr beeindruckend, von Lautstärke und Gestalten für die Kinder zum Teil grenzwertig. Das Bühnenbild ist so überragend, dass man es nie in seiner ganzen Fülle erfassen kann. Selbst bei dem 10ten Besuch würde man wohl noch neue Dinge entdecken.
Fibi: „Da oben ist der, dann ist er fast runtergefallen und dann hat der gelacht und dann ist der weitergegangen. Die Frau hat getanzt, rumgedreht, Ringe hat die auf den Bauch gehängt!“
Bo: „ Der Mann war die ganze Zeit in der Kiste drin, bis er dran war. Und dann ist er gegangen. (Seiltänzer). Ich fand den König doof! Weil der immer so komisch gesprochen hat und so viel aufgetreten ist. Ich fand das cool mit den Klappen und mit der Uhr, die zerbrochen ist. Und ich fand das mit dem Feuerspucker gut.“
Annette: „Ich fand die Trampolinspringer super, wie die durch die Fenster gesprungen sind, ganz schnell und immer wieder!“
Erst spät sind wir wieder bei unserem Wohnmobil und wir übernachten wieder auf den Parkplätzen bei den Wasserfällen von Montmorency.