Die letzten Vorbereitungen: drei Tonnen Müll entsorgen, duschen (doch, haben wir auch zwischendrin auf der Reise einmal gemacht. Wo sind nach dem Duschen jetzt bloß die ganzen Fliegen hin? ;-)), tanken (hmhh, noch einmal leckere 128 Liter für 500 km) und dann wird der Wagen abgegeben. Eine Gabel ist verschwunden, zwei Gläser haben wir zerdeppert und ein Backrost haben wir an der Feuerstelle in Tadoussac liegen lassen. Sonst gibt es nichts zu beanstanden. Gegen 11 Uhr übergeben wir das Fahrzeug und werden dann mit unseren Gepäckcontainern als Schwertransport zum Flughafen gelotst. Unser Flieger geht allerdings erst um 23:25 Uhr. So ein Flughafen ist ja kurzweilig. Wir setzen uns an ein Panorama-Fenster und stellen unser Sitzfleisch auf die Probe.
Mittwoch, 24. August 2011
23.8 Packen
Der Tag steht im Sternzeichen des großen Wagens: es ist unglaublich in wie vielen Ecken eines solchen Fahrzeugs unsere Sachen versteckt sind. Noch deutlich unglaublicher ist, wie viele Dinge in den zarten 43 Tagen dazu gekommen sind. So wird ausgeräumt, begutachtet, sortiert und verpackt. Der Wagen wird geputzt und auf Hochglanz poliert und nebenbei gehen wir im Pool schwimmen, fahren Kettcar und spielen Blitz-Yogi-Bär-Minigolf. Alles fertig für einen zeitigen Start am Morgen und eine müde Truppe am Abend.
22.8 Wonderland
Recht früh treten wir mit Erdbeerwaffeln gestärkt den Weg zu Canada’s Wonderland an. Es ist ein mit Achterbahnen und Wasserrutschen gespickter Vergnügungspark direkt an dem Highway 400. Wir gehen zuerst zu Kidztown und die Kinder schnappen sich ein Gefährt nach dem anderen. Fibi liebt inzwischen Shows: so will Sie die „Charly Brown als Pirat“ Bühne nie mehr und auch das „Snoopy on Ice“-Theater wird nur unter Tränen verlassen. Die Achterbahnen probieren wir nicht aus – was weder am mangelnden Mut noch an dem sehr ansprechenden Angebot liegt – aber mehr als eine Stunde warten, möchten wir dann doch nicht für eine Attraktion. Gegen 16:30 trudeln wir bei den Wasserrutschen ein und Bo und Fibi rutschen fleißig bis die Lippen blau sind. Dann geht es trotz Zwergenaufstand um 19:00 Uhr raus und wir fahren noch eine halbe Stunde nach Brampton zu unserem Nachtlager.
Sonntag, 21. August 2011
21.8 CN Tower und Chinatown
Bo schwankt sehr zwischen „Nach Hause wollen“ und „lieber im Wohnmobil bleiben“. Jetzt hat er eine Lösung gefunden: „Wir fliegen nach Hause, um das Fahrrad zu holen und dann geht es wieder zurück!“ Aber die Meinungen ändern sich inzwischen stündlich zwischen allen Varianten. Am Flughafen vorbei geht es nach Kipling zur U-Bahn Station. Für 10 $ gibt es den Familientagespass in der Greater Toronto Area für alles was Räder hat. So dackeln wir brav die Stationen entlang und werden schließlich in einer heftigen U-Kurve in der Union Station herausgeschmissen. Glücklicherweise ist unser Ziel direkt nebenan, schwer kann man es übersehen mit seinen 550 Metern Höhe. Wir schaffen es aber nur bis auf 346 Meter (zwar hatten wir ein Ticket auch für die 440 Meter hohe Plattform, aber die Plage der Sommermonate – blöde Kurzzeittouristen – verlangen von uns Quasi-Einheimischen – schließlich kann Bo schon einwandfrei „Hello, my name is Bo!“ aussprechen. Ihr seht bis zur Einbürgerung ist es nur noch ein Katzensprung – Wartezeiten von mehr als einer Stunde.) So schieben wir die (chinesische) Meute erst einmal vom Glasboden, um selbst ein paar schöne Fotos schießen zu können und retten uns dann in das Restaurant, wo der Ausblick grandios und das Essen lecker ist und wir nach Bo den „längsten Zug der Welt sehen“. Dann spazieren wir die John Ave. entlang mit Ziel Spadina Ave. gen China Town als uns eine heftige Wetterkapriole Schutz im Starbucks suchen lässt. Nach leckeren Getränken und unzähligen erfreulichen Ausblicken auf patschnasse Kurzzeittouristen geht es unter aufklarendem Himmel weiter. Bald steigen wir in die Straßenbahn und laufen dann durch die Straßen von Chinatown und Kensington Market. Viele Völkchen finden sich hier, Chinesen, Vietnamesen, Thailänder, Koreaner, Pakistaner, Afrikaner und Jamaikaner. Bo und ich lassen uns in einem chinesischen Frisörladen die Haare schneiden (7 Dollar pro Kopf) und ich mache ein Schnäppchen (5 T-Shirts für 12 $). Naja, eigentlich kosten sie hier an jeder Ecke so viel, aber trotzdem bin ich zufrieden, weil ich für ein T-Shirt mit gleichem Motiv im Walmart bisher auch 12 $ bezahlt habe. Kurz bevor uns die Kondition verlässt, decken wir uns noch mit 20 kg Shushi ein und machen uns dann auf den Weg zurück. Wir schlemmen, stellen die verbleibenden 10 kg kalt und fallen um.
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