Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Dienstag, 11. September 2007

8.9.2007

Um 8:00 Uhr sind wir am Tauchladen und gegen 9 Uhr starten wir mit dem Tauchboot gen Osten. Nach 1 km drehen wir wegen überhitzten Motoren um und werden auf ein anderes jedoch deutlich prächtigeres und größeres Schiff gebeten. Jetzt geht es dann wirklich los und was das bedeutet, erfahren wir nach der Hafenausfahrt. 8 Meter hohe Wellen machen die Überfahrt für einige Teilnehmer zu einem ´kotz´-spieligen Vergnügen. Das harte Aufschlagen mit dem Bug auf herannahende Wellen quittiert Bo mit einem deutlichen „Nei, Nei, Nei“ entschließt sich dann aber auf meinem Schoss nach 15 min einfach seinen Morgenschlaf abzuhalten. Während Annette nur eine „Fehlalarm-Seekrankheit“ hat, die sich nach etwas Luftablassen erledigt, geht es mir trotz eilig eingeworfener Migräne-Magen-Tablette bei der Ankunft nach rund 50 Minuten nicht so gut. Kurzerhand entschließen wir uns, dass ich den Kidwatch-Aktivitäten in den nächsten zwei Stunden nachgehe, während Annette den ersten Tauchgang des Tages mitmacht. Das wiederum löst bei Annette eine zeitweilige deutliche Unsicherheit hervor, da nun ein Abspicken der ´Tauch-Equipment-Montage´ nur noch bedingt möglich ist und viele Tauch-Graue Zellen beim letzten Unterwasserereignis 2001 in Ägypten auf Tauchstation geblieben sind.

Getaucht wird bei einer Wassertemperatur von 10-12 Grad. 7 Millimeter Nassanzüge sind dafür notwendig und schon nach kurzer Zeit im Wasser bedankt man sich innerlich für die Kapuze, und das zweite Paar Tauchsocken. Den Nutzen von dem ganzen Zeug in das man sich hereinquetscht, sieht man wohl, nichtsdestotrotz ist ´unbeholfen´ eine milde Charakterisierung für das Watscheln der Tauchteilnehmer zum Hinterdeck, bei dem manch ein vorbeifliegender Tölpel sicherlich schon vom Zuschauen in haltloses Gekicherkrächtze ausgebrochen ist. Dann ist die Mama im Wasser und geht nicht unter! Nach weiterer Bleiaufnahme ist sie dann nun wirklich für 40 min weg und Bo kann sich dem jetzt leeren Hinterdeck und seiner privaten Entdeckungsmission widmen. Auch das - von Papa mit Händen und Armen in die heraneilende Welle kopfüber gehalten getunkt werden – muss mehrfach ausprobiert werden. Experimentelle ´vollständig-bekleidet-Schwimmexpeditionen´ werden dummerweise mehrfach knapp vor dem Zustandekommen unterbunden.

Die Poor Night Islands sind ein Marine Reserve, also ein Schutzgebiet in dem rigorose Auflagen zur deren Erhaltung erfüllt werden müssen. 24 km vor der Ostküste von Northland gelegen, sind sie die erodierten Überreste eines großen Vulkans, der vor 10 Millionen Jahren ausbrach. Seit mindestens 18000 Jahren sind die Inseln von der Nordinsel Neuseelands und der dortigen Tier und Pflanzenwelt weitgehend getrennt. Einige auf dem Festland ausgerottete Arten finden auf den Inseln noch annehmbare Lebensbedingungen vor.

Die Sichtbedingungen unter Wasser sind hervorragend und die Seeflora deutlich anders als in den von uns bislang ausschließlich betauchten tropischen Korallenriffen. So hat Annette dann auch entsprechend viel zu erzählen. Dann darf ich ins kühle Nass hinein und nach 58 min bei max 12.8 m Tiefe bin ich mit 80 bar und vielen neuen Eindrücken wieder oben. Tauchfertigkeiten habe ich erfreulicherweise kaum verlernt und eine Muräne, zwei Skorpionfische, drei wunderschöne Nacktschnecken, 2 Seesterne und viele neue Fischarten gesehen. Auch die Erfahrung durch Seealgen zu tauchen war neu und beeindruckend. Leider habe ich wie schon mehrfach bei früheren Tauchgängen zu sparsam geatmet. Also gesellen sich schon bald nach dem Wiederauftauchen zu den beim Ausziehen der Kleidung durch die Kälte ausgelösten Schüttelattacken die bekannten, bleiernden Kopfschmerzen und kurz vor der Rückfahrt zeige ich demütig meine Opferbereitschaft vor den neuseeländischen Seegöttern. Mein Tag war damit weitgehend beendet, Bo allerdings durfte neben der Tauchlehrerin und dem Skipper glücklich einen Großteil der Rückfahrt vor dem Steuerrad der Yacht sitzen. Diese - weil mit den Wellend fahrend – verlief deutlich magenfreundlicher. Schließlich hatte Bo noch viel Spaß, den tauchschuleigenen Haushund mit ausgestrecktem Zeigefinger und den Worten „Hund, Hund, Hund“ über den Parkplatz zu verfolgen. Der Spaßfaktor wurde jedes Mal deutlich verringert, wenn sich der Hund umdrehte, um Ihm genauso sein Interesse zu bezeugen. In solchen Fällen veränderte sich das Audiomuster hin zu „Nei, nei, nei“ und aus dem Verfolgenden wurde der Verfolgte.

Keine Kommentare: